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Unterwegs...


Ein Besuch auf den Seychellen

Seychellen

Tag 0

Fahrt zum Flughafen, Gepäck abgeben, durch die Sicherheitskontrolle und dann ab in den Flieger. So sollte der Urlaub beginnen... aber es geht auch anders! STREIK! Ein so kurzes kleines Wort kann den ersten Tag in ein kleines Abenteuer verwandeln. Schon bei Ankunft am Fernbahnhof Frankfurt riesige Schlangen an den Automaten. Menschenmassen auf der Flucht aus dem Flughafen. Nach einem erfolglosen Versuch mein Gepäck am AirRail Terminal abzugeben schlendere ich zum Terminal 1. Die Menschenmengen werden größer, die Luft stickiger und ich fange in meinen Klamotten an zu schwitzen - bin ich schon in den Tropen? Nein, ganz sicher nicht - keine Palmen und abgesehen von der Gruppe Chinesen in grell grünen Hemden überhaupt kein grün. Eine kalte Stimme aus einem versteckten Lautsprecher begrüßt mich, bittet um Verständnis für die Unannehmlichkeiten. Na gut mit der Hitze und der schlechten Luft komme ich klar, auch mit dem fehlenden Grün, aber bestimmt nicht mit der Aussicht, dass ich meinen Flieger heute nicht erreichen werde, weil es keinerlei Sicherheitskontrollen für die Fluggäste mehr gibt. Wir sollen uns doch bitte an unsere Fluggesellschaften wenden. Ratlos stehen die Menschen in endlos langen Schlangen vor den Lufthansa Schaltern. Die stickige Luft macht uns alle träge und lethargisch. Nun gut ich werde mal bei Condor vorbeischauen, denn schließlich hat die nette Frau auf der Hotline gesagt ich solle ruhig zum Flughafen anreisen und am besten so früh wie möglich. Puh ein Glück stehen bei Condor weniger Menschen und so bekomme ich bald eine Info - es sieht wirklich schlecht aus, aber ein Hoffnungsschimmer bleibt: sie wollen versuchen wenigstens den Seychellenflug mit Menschen zu füllen. Ich denke auch dabei stehen wirtschaftliche Interessen im Vordergrund denn ansonsten müssten Sie 300 Menschen ein Hotel und einen anderen Flug bei einer anderen Airline bezahlen und das wird so kurzfristig schwierig und kostspielig. Wie dem auch sei noch ist nichts entschieden. Ich suche mir einen netten Platz an der Wand, lehne ich mich an meinen Rucksack und schaue dem Schauspiel zu. Heute hat niemand etwas dagegen, dass viele auf dem Boden kampieren. Was so ein Streik doch auch Positives bringt. Kurze Zeit später rennen die Streikenden mit ihren Fahnen und Plakaten durch die Halle. Sie werden ohrenbetäubend ausgebuht von der Menge. Alles hat nun einmal zwei Seiten und ich vermute, dass das Image der Gewerkschaft heute sehr gelitten hat. Nach einer weiteren Stunde tut sich etwas am Schalter. Anscheinend ist eine Entscheidung gefallen. Die Freude und Erleichterung ist groß als verkündet wird, dass sie uns irgendwie zum Flieger bringen werden. Wir geben das Gepäck ab und werden in kleinen Gruppen durch ein Labyrinth aus Gängen zu einem VIP Bereich geführt, wo uns eine kleine Sicherheitskontrolle erwartet. Den VIPs ist unsere Horde nicht gerade angenehm. Sie sitzen in hellbraunen Ledersesseln und schauen uns ganz perplex an und vergessen ganz an ihren Snacks zu knabbern. Hinter der Kontrolle geht es im Bus ein Stück bis zu einem Eingang, der uns in den weitläufigen Bereich bei den Gates bringt. Dort ist es sehr leer, die Geschäfte ohne Käufer und die Restaurants könnten die Stühle auf die Tische stellen. Außer den VIPs, die anscheinend dem Streik entgehen, und uns ist niemand da. Nun ist es fast geschafft das Gate öffnet sich und in nur 30min sind wir alle durch und steigen in die wartenden Busse zum Flugzeug. An Bord angekommen ist fast das ganze Flugzeug gefüllt. Nur 70 Menschen fehlen, die es wohl nicht geschafft haben, oder vorher schon aufgegeben haben. Der Kapitän eröffnet uns dann noch, dass wir das einzige Flugzeug an dem Tag waren, dass einigermaßen gefüllt losgelogen ist. Grandios! 9h schwirren wir durch den Nachthimmel und dösen alle vor uns hin - okay abgesehen von dem schreienden Baby einige Reihen weiter vorne. Da hilft nur der Mp3 Player mit Mozart. Der Flug ist sehr ruhig und kaum eingeschlafen gibt es schon Frühstück. Ein Brötchen mit Marmelade oder wahlweise irgendetwas anderes was wohl Wurst darstellen soll. Ich entscheide mich gegen die "Kadaver" und esse nur die Marmelade. Anschließend gibt es noch einen Joghurt. Dann kommt auch schon die waghalsige Landung. Der Pilot manövriert uns durch die Felsen vor der Landebahn und trifft dann sogar den schmalen Asphaltstreifen, der auch in ganzer Länge für das Abbremsen aus 250kmh gebraucht wird. Unendliche Passkontrollen folgen, aber nun bin ich da! Palmen, Strand und Sonne - Seychellen ich bin DA!



Tag 1

Seychellen

Der Flughafen liegt hinter mir und vor mir breitet sich die üppige grüne Inselwelt aus. Nun heißt es zügig den Shuttle zum Hafen ausfindig machen. In Reih und Glied stehen 18 kleine Busse, aber nichts deutet darauf hin, wohin oder sie ob überhaupt fahren. Nach 2 Gesprächen mit Einheimischen in gebrochenem Englisch bin ich schlauer und stelle mich zu einer laut schnatternen Schar deutscher Touristen. Irgendwie wirken sie fehl am Platze und nehmen doch viel Raum ein. Ich stelle mir vor wie sie sich bald zufrieden in ihren Sonnenliegen am Pool räckeln werden. Nach einiger Zeit kommen drei vergnügte junge Männer herbei und werfen mit viel Spaß unser ganzes Gepäck auf den Dachgepäckträger. Ich bete, dass meine nur an den Rucksack angebundenen Wanderschuhe, während der Fahrt nicht abfallen.

Seychellen

Es geht in zügigen Tempo auf der "falschen Seite" der Straße zum Hafen. Auf den Seychellen herrscht Linksverkehr - vielleicht hätte ich doch lieber kein Auto mieten sollen!? Egal es wird schon klappen und Vollkasko versichert ist es auch. Am Hafen angekommen beginnt das Kofferwerfspiel von neuem nur das sie diesmal von oben nach unten geschmissen werden, was der Geschwindigkeit und wie es scheint auch dem Spaß an der Sache zugute kommt. Check In bei der Fähre und wieder das Gepäck aufgeben. Immerhin ist noch über eine Stunde Zeit, die nutze um die Umgebung ein wenig zu erforschen. Die Insel strahlt sogar hier in der Hauptstadt eine tiefe Ruhe aus. Die Farben sind eindrucksvoll, das Blau des Himmels, die bunten Häuser und der türkisblau schimmernde Ozean. Die warme Luft umschmeichelt die Haut und am liebsten würde ich im Adamskostüm durch die Straßen wandern. Leider lässt das Schamgefühl der Einwohner dies nicht zu. Wovor schämen sie sich eigentlich? Ich vermute es geht ums Religiöse, oder wenn man tiefer schaut könnte es auch darum gehen die Kluft zwischen den Geschlechtern so groß wie möglich zu behalten, denn nur dann lässt sich damit eine Menge Geld verdienen und macht ausüben. Das ultimative Motiv für alles was uns von unserer Natur entfremdet. Einige Besorgungen später sitze ich auf der Fähre, die sogleich mit 70km/h durchs Meer pflügt. Natürlich nicht ohne auch kräftig zu schaukeln, zu springen und zu hüpfen. Zum Glück sitze ich auf dem Oberdeck und kann meinen Blick an den Inseln festkrallen, so dass es mir diesmal erspart bleibt nach einer Tüte zu fragen. 1h später sind wir auf Praslin und dort wird umgestiegen. Das Gepäck wird auf den Hafenkai bugsiert und jeder kramt und wühlt bis er seins hat. Der Grabbeltisch von Woolworth lässt grüßen. Dann folgen noch 15min Fahrt durch seichtes Gewässer und mit moderaten Geschwindigkeiten. Mein erstes Uraubsdomizil liegt vor mir: La Dique - die kleinste der drei Inseln.

Seychellen

Am Kai wartet auch schon meine Vermieterin auf mich. Sie ist eine mollige Afrikanerin vom Typ Maama und sehr nett und freundlich. Sie zeigt mir mein grozügiges Appartement mit riesigem Bett, Kühlschrank, Bad und Klimaanlage. Alles sieht gepflegt und sauber auch. Einen Safe gibt es ebenfalls und sie besteht darauf dass ich alles Wertvolle einschließe. Vermutlich ist die Gaunerei nun auch auf den Seychellen angekommen. Schade eigentlich. Ich packe aus und ein - aus den Rucksack und ein das Badezeug. Nun erst einmal ans Meer. Der Weg führt schlangenförmig an zahlreichen Guesthouses vorbei und dann nach 200m direkt an den Strand. Es ist unbeschreiblich dort zu stehen. Jeder kennt die Postkarten mit den Palmen auf dem weißen Sand, das türkisblaue Meer, die sich brechenden Wellen, aber es ist eben ein ganz anderes Gefühl wirklich dort zu sein. Ein paar wenige Touristen liegen auf Handtüchern unter den schattenspendenden Palmen. Das fällt allerdings kaum auf und irgendwie fühlt es sich eher so an, als ob ich dort alleine wäre. Ich plansche im warmen Wasser, sehe leuchtende Fische, schwimme hinaus zum Riff. Es ist grandios. Der Sand ist unglaublich weiß hier, da er aus zerriebenen Korallen besteht. Einige Stunden später brauchen meine Schultern dringend ein TShirt und auch das Gesicht hat für heute genug Sonne gehabt. Ich kaufe noch einige Flaschen Wasser und 2 Mangos bei einem Afrikaner. Bei ihm kosten 6 Mangos 50 Rupees und 2 dann folgerichtig 10 Rupees. Ganz nach dem Motto: Wer viel kaufen will hat auch viel Geld und kann demnach ruhig noch etwas mehr bezahlen. Nun gehe ich zurück zum Strand und warte auf mein Abendessen. Es wird mir auf meiner Terasse serviert - sehr spannend. Besser als jedes 5 Sterne Hotel, denn bei Mutti schmeckt es ja bekanntermaßen immer am besten. Sie kommt strahlend mit 4 Tellern heran und ordnet alles auf meinem Tisch. Es gibt einen riesen Teller Reis, gebratenen Fisch in einer pikanten Soße, Linsenpüree mit Fleischstückchen und einen bunten Salat aus geraspeltem Gemüse, der glücklicherweise nur mit Essig und Öl versehen ist. Nachdem sie alles erklärt hat wechseln wir noch ein paar Sätze auf französisch. Ich erfahre wo ich tagsüber Obst kaufen kann. Etwas anderes bekommt man nämlich gar nicht hinunter bei der Hitze. So gibt es einen Mango und Bananen Verkäufer, der seinen Stand nicht weit vom Strand hat. Sehr schlau! Das Essen schmeckt herrlich und ist so reichlich, dass selbst ich voll und ganz satt bin hinterher. Wenig später kommt das Dessert: eine der kleinen Apfelbananen und davor liegt eine braune Wurst. Was mag das sein? Rasch erklärt sie mir das es aus Kokos und Nougat und noch irgendetwas, das ich nicht kannte, hergestellt ist. Es schmeckt süß und ist ein wenig klebrig. Mit der Banane zusammen bildet es einen tollen Abschluss des Essens. Nun gibt es noch einen Zitronengras-Tee und trotz meiner Skeptik (mir ist ja eigentlich heiß genug) stellt sich heraus, dass mir danach kühler ist als zuvor. Die Beduinen in der Wüste sollen das ja ähnlich machen. Eigentlich wollte ich noch ein wenig herumlaufen und den Einheimischen beim Feiern zusehen, denn es ist Samstag Abend. Überall an den Stränden wird bei Reagee , Rock oder Einheimischer Musik getanzt und gefeiert, aber nun kommt die Erschöpfung endgültig an die Oberfläche und ich schlafe um 8Uhr tief und fest und nur von dem leisen Rotieren des Ventilators begleitet ein.



Tag 2

Seychellen

Der Morgen beginnt mit blauem Himmel und vielstimmigen Vogelgesang. Meine Schultern und mein Gesicht haben zu ihrer ursprünglichen Farbe zurückgefunden. Nur der Nacken schmerzt und hat anscheinend gestern auf den Fähren zuviel Sonne abbekommen. Dummerweise war die Sonnencreme im Rucksack und der war im Laderaum der Fähre. Das Frühstück erscheint getragen von einem netten Mann. Die Gastgeber sind wirklich von Herzen freundlich. Auch auf den Straßen sieht man viele lachende Gesichter. Die Welt fühlt sich hier noch an und dasLeben folgt einen anderen Rhythmus. Es gibt einen großen Teller mit tropischen Früchten. Darunter Maracuja und Bananen, aber auch einige mir unbekannte sind darunter. Dazu 2 Toasts, eine sehr süße Marmelade und ein Glas frisch gepressten Tropensaft. Köstlich. Dazu nach meinem Wunsch noch einmal den Zitronengrastee - zur Abkühlung. Nach kurzer Zeit gesellen sich 2 Vögel zu mir, um den Boden von Krümeln zu reinigen. Da sind sie bei mir an der richtigen Adresse. Sie laufen eifrig um meine Füße herum und picken was es zu picken gibt.

Seychellen

Der Weg zur weltberühmten Grand Anse führt auf einer kleinen Steinstraße ohne Markierungen durch den Dschungel. Bunte Vögel sitzen in den Bäumen und überall stehen kleine Häuschen halb verborgen durch Schlingpflanzen und Mangobäume. Ab und zu dringen Klänge von altbekannten Liedern aus der Hippiezeit an mein Ohr. Die Zeit ist stehengeblieben auf den Seychellen. Eigentlich sollte man meinen, dass die Musik störend im Grün des Dschungels wirkt, aber sie passt gut ins Gesamtbild: die bunten Häuser, die fröhlichen Menschen und das saftige Grün überall. Es ist lebendig, alles ist voller Leben hier.

Seychellen

Nach einer Weile treffe ich am Weg auf einen Mann der hinter einer Theke voller tropischer Früchte sitzt und mich einladend ansieht. Es gibt eine Bank und einige Stühle. Da es noch früh am Morgen ist ist alles noch menschenleer. Ich frage ihn, ob er eine Kokosnuss zum Trinken hat - natürlich hat er. Kostet 40 Rupees. Während ich das Geld rauskrame und die bunten Scheine einzuordnen versuche, beginnt er eine Mango zu schälen legt geschickt die einzelnen Stücke auf einen Teller und fährt dann mit einer Sternfrucht fort. Ich überlege kurz ob wir uns falsch verstanden haben, oder ob er sich selbst einen Obstteller macht, denn es ist ja niemand anders im Raum. Ich beschließe abzuwarten und bekomme den Teller wenig später serviert. Sieht sehr lecker aus auch wenn es keine Kokosnuss ist. Ich knabbere an den Früchten und siehe da nun höre ich die dumpfen Schläge, die nur eine Kokosnuss von sich gibt wenn sie geköpft wird. Und da ist sie auch schon randvoll mit Kokosmilchwasser gefüllt und einem Strohhalm darin.

Seychellen

Nach dieser Stärkung setze ich meinen Weg zur Anse fort. Weit brauche ich nicht mehr zu gehen dann erstreckt sich ein grelle weiße Sandfläche vor meinen Augen und dahinter liegt das Meer. Auch hier fehlen die Worte für die Schönheit dieser unberührten Landschaft. Alles ist am rechten Platz, kein Haus, kein Hotel verschandelt die Aussicht. Außer mir sind nur wenige Gäste da und so fühlt es sich fast so an als wäre man wie Kolumbus auf seinen Entdeckerreisen auf eine einsame Insel gestoßen. Da vor der Grand Anse kein Riff vorgelagert ist brausen die Wellen hier wild auf den Strand. Das Wasser ist trotzdem klar und am Boden ist der gleiche weiße Sand wie weiter oben. Die Sonne funkelt und glitzert auf der Wasseroberfläche.

Seychellen

Nach einem ausgiebigen Bad, eigentlich könnte man auch den ganzen Tag in dieser warmen Badewanne liegen bleiben, wenn dass Problem mit der Sonne nicht wäre, und einer erfolglosen Suche nach bunten Fischen mache ich mich auf den Weg die Südspitze der Insel zu umrunden. Das soll recht schwierig sein, aber ich lasse mich nicht abschrecken. Zuerst geht es über riesige Granitfelsen immer am Meer entlang. Einige Kletterpartien wären sicher einfacher mit meinen Wanderschuhen, aber die liegen im Schrank auf meinem Zimmer. Anschließend komme ich durch einige einsame Buchten mit schmalem Sandstrand und umgeben von Palmen und dem allgegenwärtigen Grün des Dschungels. Ein kleiner Bach kreuzt meinen Weg. Die Landschaft wird immer bizarrer, die Felsen größer und die kaum noch sichtbaren Pfade durch Dschungel nahezu unauffindbar. Die Südspitze habe ich mittlerweile umrundet und es geht nun an der Westküste wieder nach Norden.

Seychellen

Ab und an wate ich ein Stück durchs Wasser, wenn anders kein Weg über die Felsen zu finden ist. Hier ist es gut nur die Sandalen zu haben, denn sie trocknen rasch wieder. Meine Wasserflasche ist schon seit einiger Zeit leer und die beiden Mangos bereits gegessen. An einer am Boden liegenden Kokosnuss verzweifelt mein Taschenmesser leider. Endlich erreiche ich den weltberühmten Strand Anse de Source d'Argent. Dort gibt es ein paar Touries mehr zu sehen, aber es ist trotzdem kein Vergleich zu anderen Urlaubsorten. Überall gibt es freie Plätze unter den Palmen.

Seychellen

Der restliche Weg verläuft immer an der Küste entlang und zum Glück meist im Schatten. Meine Haut an den Armen beginnt sich schon zu röten. Das TShirt hatte ich bis auf die Zeit im Meer den ganzen Tag an, aber der Nacken ist dadurch leider nicht geschützt gewesen. Hoffentlich kann ich irgendwo ein Aloe Vera Blatt auftreiben, was über Nacht Linderung bringt. Kurz vor dem Fähranleger gibt es noch eine kleine Attraktion. Ein großes Areal mit riesigen Schildkröten, die dort frei herumlaufen. Sehr lustig ist mit anzusehen wie ein riesige Schildkröte eine höchstens halb so große zu besteigen und sie dabei vollkommen platt drückt. Die Kleine kommt kein bisschen mehr voran und grunzt schimpfend vor sich hin.

Seychellen

In einem Supermarkt, der zum Glück auch Sonntags offen hat, erstehe ich noch einmal 3 Wasserflaschen. Ich trinke ungefähr 5 Liter am Tag, aber das ist auch kein Wunder bei den tropischen Temperaturen und der Anstrengung beim Wandern und Klettern. Am Heimatstrand angekommen werde ich Zeuge von einem wahrlich außergewöhnlichen Anblick: ein fliegendes Schlauchboot surrt über meinem Kopf übers weite Meer, steigt immer höher und kreist dann über der Insel. Es ist eine Art Verschmelzung zwischen Schlauchboot unten und Drachenflieger oben. Nun noch ein ausgiebiges Bad im Meer und dann setze ich mich an meinen gedeckten Tisch und erwarte mit Spannung was es heute wohl gibt. Ein Vogel landet auf dem Tisch. Anscheinend wird auch er schon ungeduldig. Heute gibt es wieder einen riesen Teller Reis und dazu Hühnchen in einer pikanten Soße und einen Teller voll Gemüse. Alles sehr lecker und auch der Nachtisch war toll: eine Kugel Vanilleeis in einer halben Maracujafrucht. Einfach aber total lecker, allein schon weil ich die Maracuja Früchte sehr liebe und mit dem Eis zusammen... Ein Blatt Aloe Vera konnte ich auch für Morgen bestellen. Man braucht nur fragen Maama besorgt es. Nun ist es Zeit zum Reingehen und Türen schließen, denn die Moskitos kommen aus dem Dschungel, um mich zu ärgern.



Tag 3

Seychellen

Auf Dschungeltour: Nach und nach wird der Dschungel lichter. Die hohen Bäume machen niedrigem Buschwerk Platz während ich dem ausgewaschenen Trampelpfad den Berg hinauf folge. Die Luft ist feucht und heiß. Schweiß perlt unablässig meine Stirn hinunter und tropft in meine Augen. Langsam wird mir klar warum die meisten Touries dort bleiben, wo die mit Steinen gepflasterte Straße aufhört und sich praktischer Weise auch gleich Cafés und Supermärkte befinden. Immerhin habe ich heute meine Wanderschuhe dabei und nicht die rutschigen Sandalen. Von den 2 Litern Wasser, die ich mitgenommen hatte ist einer schon verbraucht. Der Inselberg ist gerade mal 330m hoch. Im Grunde Peanuts, aber bei dem Klima zählt jeder Meter dreifach. Schließlich komme ich oben an und es bietet sich mir ein herrlicher Blick auf die ganze Insel, das Meer und die Nachbarinseln. Das Grün um mich herum, das Türkis des Ozeans und der blaue Himmel bilden eine schöne Farbkombination. Alle Farben sind hier so intensiv geradezu strahlend. Selbst die Granitfelsen leuchten irgendwie anders. Nach ausgiebiger Pause mit Fotoshooting folge ich dem Weg nach Norden. Ich will versuchen einen anderen Weg hinab zu nehmen. Am liebsten wäre es mir an die Ostküste zu gelangen, denn dort soll es einen schönen Badestrand geben: genau das also, was ich jetzt brauche. Der Trampelpfad führt auf dem Grat des Berges langsam bergab, wird dann aber immer schwerer zu erkennen bis er ganz verschwunden ist. Zurück wieder den Berg hinauf kommt nicht in Frage also hinab in den Dschungel. Während ich vor dem Abstieg auf einem Stein sitze und den Schatten und die Stille genieße, kommt ein wahrhaft gigantischer Tausendfüßler vorbei. Er ist über 20cm lang und hat wirklich Tausende von Beinchen. Ich streichele seinen langen glänzenden Leib, wobei er sich blitzschnell zusammen rollt.

Seychellen

Hüpfend von Stein zu Stein und durch Dickicht aus Farn und Spinnenweben, mit großen schwarzen Spinnen darin, gelange ich nach gefühlten Stunden zu 2 Häusern - Rettung naht. Ich frage eine Frau, die im Garten arbeitet wo ich denn bin und sie zeigt mir die kleine Straße, die von hier hinab führt. Unten angekommen stolpere ich überrascht über mein Guesthouse. Perfekt um Wasser aufzufüllen und die Badesachen mitzunehmen. Nun aber an den Strand. Es ist ungefähr Mittag und das Pärchen was mir gegenüber wohnt sitzt noch an der gleichen Stelle wie zuvor: auf der Veranda vor ihrem Zimmer. Unsere Maama ist gerade bei ihnen und ich höre beim Vorbeigehen wie die Frau sie fragt, ob es denn gefährlich sei alleine einkaufen zu gehen. Ja gefährlich kann es wohl überall sein, wenn man nur genug Angst hat. Am Strand deponiere ich meine Sachen bei 3 Deutschen, die immer wieder versuchen deutsch mit mir zu reden, wo ich doch gerade im englischen Vokabular immer besser werde. Ich lasse mich nicht beirren und antworte auch auf die deutschen Fragen auf Englisch und springe dann ins Wasser.

Seychellen

Hinter dem Riff, wo das Wasser tiefer wird finde ich zahlreiche bunte Fische. Manche leuchten sogar von innen heraus. Leider ist das Wasser durch die Wellen nicht ganz klar. Ich muss unbedingt eine Schnorcheltour zu den kleinen Nachbarinseln machen. Die gibt es in halbtags Version und ganztags mit Grillen am Nachmittag. Bestimmt wieder mit Rum und Tropenlikör wie damals in der Karibik. Nachdem ich den deutschen Aufpassern genau die Fische beschrieben habe, die ich bewundern durfte, schlendere ich weiter an der Küste entlang, entdecke weitere tolle Plätze für meine Videoaufnahmen. Ab Morgen miete ich dann ein Fahrrad, denn damit kommt man hier wesentlich schneller von A nach B. Einen Strand später nicke ich kurz im Schatten eines Baumes ein, bis mich plötzlich ein kleiner weißer Krebs ins Bein beißt. Ich sehe ihn nur noch in einer unglaublichen Geschwindigkeit davon rennen und in einem Loch verschwinden. Nun weiß ich was in den vielen kleinen kreisrunden Löchern drinnen steckt und sehe mich argwöhnisch um. Und richtig kurze Zeit später schlüpft einer dieser Krebse aus dem Loch rennt ein Stück und beginnt sich wieder einzugraben. Schnell die Kamera gezückt und das ganze Schauspiel verewigt auf der Speicherkarte. Die Krebse sind fast so weiß wie der Strand und so schwer zu sehen, aber wenn man es erst einmal weiß sieht man sie überall herumflitzen. Anschließend nehme ich weiteres langes Bad in der gigantischen Badewanne, tauche ein wenig herum und entdecke den ersten Seeigel. Die scheinen hier zum Glück wenig verbreitet zu sein. Auf dem Strand liegen Massen an Korallenstücken. Was man daraus alles für tollen Schmuck machen könnte. Vielleicht sollte ich ein Paket damit füllen und es nach Hause schicken für den Sommer.. Jetzt ist genug Sonne und genug Meer und so kehre ich nach einem Abstecher zum Lebensmittelladen, um wieder Wasser zu kaufen, zurück zu meinem Urlaubsheim. Es ist 17 Uhr. So bleiben noch 2h bis es endlich essen gibt. Heute gibt es bestimmt wieder ein Fischgericht! Bis dahin sortiere ich mal Bilder und Videos damit nichts unnötiges auf der Karte den Platz frisst.

Seychellen

Heute gibt es wie erwartet Fisch, allerdings diesmal einen kompletten gegrillten Fisch. Ob das einer von denen war die am Nachmittag bunt schillernd im Wasser gesehen habe? Egal er schmeckt auf jeden Fall köstlich und ist ziemlich scharf gewürzt, so dass ich den ganzen Reis zum Löschen der Flammen benötige. Dazu gibt es einen bunten Salat mit Essig und Öl. Während ich esse leistet mir ein grüner Salamander Gesellschaft. Er sitzt oben an der Wand neben der Lampe und auch für ihn ist der Tisch reichlich gedeckt. Zum Nachtisch gibt es Eis mit der schon bekannten Kokus Nougat Paste und danach den obligatorischen Lemongrastee.



Tag 4

Seychellen

Die Freuden eines Fahrrads: Am Morgen steht es wie von Geisterhand vor meiner Terrassentür. Begeistert nehme ich das Modell in Augenschein. Es ist ein in die Jahre gekommenes Modell Typ Damenfahrrad mit 7er Gangschaltung. Die Bremsen quietschen grausam und ich wecke damit bestimmt meine Nachbarn, aber das ist halb so chlimm, denn es ist sowieso fast Zeit fürs Frühstück. Meine erste Fahrt führt mich zum ersten Drehort für meine DVD, für die ich mir vorgenommen habe hier einige Aufnahmen zu machen. Gitarre auf dem Rücken und Rucksack im praktischen Korb. Diese Körbe haben alle Fahrräder auf den Seychellen und sie stammen aus irgendeinem Supermarkt der wahrscheinlich eingegangen ist. So düse ich durch den Morgen. Unglaublich die Geschwindigkeit und der kühle Fahrtwind. Am Grand Anse angekommen begrüßen mich 3 kleine Hunde. Sie sind sehr glücklich endlich ihr Alphatier gefunden zu haben. Gemeinsam gehen wir über den Strand und überlege wie ich das mit den Dreharbeiten nun hinbekomme. Der Produzent wird nicht zufrieden sein, wenn andauernd ein Hund durchs Bild läuft. Die Lösung sind die Granitfelsen am Rand des Strandes. Dort versagen die Kletterkünste der Welpen und so müssen sie zurückbleiben, was ihnen gar nicht gefällt.

Seychellen

Während der Aufnahmen jaulen sie immer mal wieder im Hintergrund. Wie gut das der Ton hierbei keine Rolle spielt. Nun noch die Aufnahmen am Strand. Die Hunde bleiben zum Glück lieber im Schatten der Felsen und es genügt ihnen mich sehen zu können. So kann ich verschiedene Einstellungen testen, bis der Regisseur zufrieden und der Spot im Kasten ist. Auf meiner Rückfahrt mache ich Halt bei meiner tropischen Fruchtbar. Diesmal gibt es einen bunt gemischten Shake und wie immer den Teller mit frischen tropischen Köstlichkeiten. Ich frage meinen Tropenbruder, ob es auch Avocados gibt und er zeigt mir seinen riesigen Baum und danach eine halbe Frucht davon. Sie ist sicher 4x so groß wie alle, die ich je in Europa kaufen konnte und schmeckt auch anders. Sie ist ganz weich fast wie Butter in der Konsistenz, hat einen sanften Avocado Geschmack. Ich frage ihn, ob ich so eine Frucht bei ihm kaufen könnte, aber anscheinend klettert seine Mutter immer auf den Baum und die kommt erst Abends wieder. Er will mir Morgen dann eine verkaufen. Schmunzelnd packt er mir dann aber doch die Halbe ein und gibt sie mir mit, damit ich sie schon zum Frühstück habe. Eine ganze halbe Avocado, die so groß ist wie 2 in Europa - ganz für mich allein! Auf dem Rückweg zu meinem Zimmer erstehe ich dann auch noch einen Beutel mit Maracujas und 12 Apfelbananen. Gitarre und Früchte ins Zimmer und in den Kühli und dann ab an den Strand. Heute will ich die Anse de Coco erwandern, aber ich bleibe schon einen Strand vorher hängen und liege dort über eine Stunde im Wasser. Eine Wolke hat sich vor die Sonne geschoben und so ist Sonnenbrandgefahr erst einmal gebannt. Am Strand ist nun zu Hauptzeit der Tagesgäste einiges los. Ich sehe bestimmt 10-15 Menschen die sich hier "tummeln". Überhaupt ist das eins der schönsten Dinge an La Dique. Hier leben die Touries noch mit den Einheimischen und nicht umgekehrt.

Seychellen

Auf der Wanderung durch den Dschungel treffe ich einen Wanderführer mit seiner Gruppe, der mich warnt mich nicht zu verlaufen, was aber ziemlich unnötig war, denn die dicken Touries , die er dabei hatte haben alles schön sichtbar platt getreten. Am Wegesrand finde ich riesige Spinnennetze mit entsprechenden Spinnen und auch eine Kokosnuss liegt griffbereit unter einer Palme. Die lasse ich mir zum Abendessen skalpieren. Der Anse Coco liegt halbmondförmig begrenzt von Granitfelsen in einer Bucht. Menschen sind keine zu sehen, dafür aber ein schattiges Plätzchen, das zum Ausruhen einlädt. Vom Wellenrauschen begleitet schlafe ich auch schnell ein und diesmal beißt mich auch kein Krebs um mich unsanft zu wecken. Auf dem Rückweg zum Jetty besuche ich noch kurz den großen Supermarkt, um Wasser zu kaufen. Wobei unter einem Supermarkt stellen Westeuropäer sicher etwas anderes vor: Vollgepackte Regale, von allen Lebensmitteln, 10 verschiedene Sorten und alles frisch und ansprechend verpackt. Nichts von all dem findet sich hier. Die meisten Regale sind leer und die wenigen die voll sind enthalten eine bunte Mischung aus meist getrockneten Lebensmitteln wie Reis, Nudeln, chinesischen Keksen, Kakaopulver usw. Ab und zu entdecke ich ein Dr.Oetker Schild (Tortenguss) - wobei es fraglich ist wie man ohne Mehl und Hefe überhaupt backen soll. Vermutlich hat der Tortenguss aufgrund der reichlich vorhandenen Konservierungsstoffe ein unbegrenztes Haltbarkeitsdatum und konnte so in Massen eingeschifft werden. Das alles zeigt wie sehr wir in Europa im Luxus untergehen. Die Menschen hier sind weitaus freundlich zueinander und auch zu Fremden, und dass obwohl sie doch von allem soviel weniger haben. Jeder hat hier ein Fahrrad und vielleicht einen kleinen Fernseher, selbst Handys sieht man nicht so häufig. Es scheint als bräuchte man all das gar nicht zum Leben. Verwunderlich, oder? Die Fahrräder werden hier auch, außer von Touries, nie abgeschlossen. Man stellt es ab und wenn man wieder kommt ist das einzig schwierige auch wirklich das eigene Fahrrad zu finden, weil sie sich aufgrund der Körbe und des Rosts alle ähnlich sehen.

Seychellen

Zu Hause angekommen erlebe ich gemütlich drinnen den ersten Tropenschauer seit ich hier bin. So heftige Regenschauer sind typisch für das Klima hier und es wird dabei auch nicht kälter. Ohne Gepäck ist es sogar schön durch den warmen Regen zu laufen, und so weitaus angenehmer als mit dem leider stark chlorierten Wasser zu duschen. Nun wo es wieder trocken ist mache ich mich wieder auf den Weg. Der Regisseur erwartet mich am Nordstrand, um noch einige Starporträts zu schießen. Hoffentlich ist das Licht für den Kameramann gut genug, denn sonst mache ich den Weg umsonst. Leider ist der Belichtungstechniker sehr unzufrieden mit den Bedingungen und so müssen wir noch mehrmals den Platz wechseln. An einem kleinen Strandabschnitt mit weit übers Wasser ragenden Baum bleiben wir schließlich. Ich posiere mit Gitarre auf dem dünnen Baumstamm. Keine Ahnung wofür das gut ist, aber am Ende sind alle zufrieden und es geht in den Feierabend. Nun die Frage des Tages: Fisch oder Fleisch? Was denkt ihr?



Tag 5

Seychellen

In der Nacht werde ich vom prasselnden Regen geweckt. Draußen scheint es gerade wie aus Kübeln zu gießen. Mit dem ersten Licht wird der Regen allmählich weniger. Trotzdem muss mein Frühstück abgedeckt mit einem Handtuch serviert werden. Heute gibt es eine neue Spezialität: gesalzene Brotbaum Sticks in Öl frittiert. Sehr köstlich. Sie schmecken ein wenig nach Kartoffeln, aber auch wieder anders. Innen weich darüber eine dickere Schicht kross und leicht süßlich. Außen dann salzig. Schwer zu beschreiben. Bis 11 Uhr warte ich bis der Regen endgültig aufgehört hat und der blaue Himmel sich abermals über der Insel auftut. Dann zuerst an den Strand und 1h in den Wellen schaukeln, zu Simons Tropen-Drink-Stop, der leider einsam und verlassen ist und danach eine Radtour zur Nordostküste. Nun habe ich die Insel ganz umrundet und es bleibt nur noch eine Dschungelwanderung im Inneren, dann habe ich die kleine Insel erforscht. Dafür warte ich aber lieber bis Morgen, denn dann wird die Sonne die Pfade wieder getrocknet haben und auch die Moskitos ziehen sich in die feuchten Areale zurück. So vergeht der Nachmittag am Nordstrand mit Blicken aufs Meer, Sammeln von Korallenstücken und Liegen in der gigantischen Badewanne namens indischer Ozean. Mit dem feinen Sand baue ich eine große Pyramide. Sie macht sich gut vor dem blauen Meer und wird zum Fotoobjekt erkoren. So hat der Kameramann etwas zu tun, wo doch heute wegen schlechter Lichtverhältnisse kein Auftritt stattfindet. Als die Sonne tiefer sinkt und mich unter meiner Palme zu bescheinen droht, mache ich mich auf den Weg zurück. Heute probiere ich einen weiteren der Mini-Märkte aus und finde außer den lebenswichtigen 5 Litern Wasser auch eine kleine Auswahl an lecker aussehenden Keksen. Ich entscheide mich für eine englische Marke angeblich ohne Zusatzstoffe und mache mich wieder auf den Weg zurück. So habe ich für den Fall, dass mir die Früchte ausgehen immer etwas zum Knabbern dabei. Unterwegs sehe ich eine Baustelle mit 10 einheimischen Bauarbeitern. Sie schaufeln Kies und mischen Zement und sehen ziemlich fertig aus. Ich überlege, ob es vielleicht auch mit dem Klima zusammenhängt, dass hier die Zeit langsamer voranschreitet. Wenn man auf den Globus schaut sind es überwiegend die gemäßigten bis subtropischen Klimazonen, in denen unsere sogenannte fortschrittliche Zivilisation sich ausgebreitet hat, während die Tropenländer überwiegend zur Dritten Welt gehören. Man sieht das Schwitzen hat viele Vorteile. Zu Hause angekommen ist es Essenszeit. Heute liegt ein Stück Baracuda mit creolischer Soße, Reis, Salat und gebackenen Talern aus Brotfrucht auf meinen zahlreichen Tellern. Der Fisch ist zart und die Taler schmecken noch besser, als die Sticks am Morgen. Wie schade, dass so ein Brotfruchtbaum bei uns nicht wächst. Zum Nachtisch gibt es wieder eine creolische Köstlichkeit aus gekochter Banane, Kokusmilch, Vanille und ein wenig Zucker und Salz. Schmeckt einfach toll. So endet der 5. Tag und wie immer bin ich müde und bereit mich auf mein Bett zu legen, dem leisen Rotieren des Ventilator zu lauschen und ins Traumland hinüber zu gleiten.



Tag 6

Seychellen

Der Tag bricht an, die Sonne steigt steil aus dem Meer in den blauen Himmel. Am Horizont zieren weiße Wolken den sanften Übergang zwischen dem endlosen Ozean und dem strahlenden Blau des Himmels. Die Wellenkämme glitzern in den schräg auftreffenden Sonnenstrahlen und direkt vor dem Brechen der Welle wird sie durchsichtig wie türkis gefärbtes Glas. Der Strand ist menschenleer, wie immer zu dieser Zeit, und im Alleinsein mit den Gezeiten streichelt eine warme Brise meine Haut. Die Palme über mir raschelt leise. Es klingt wie ein leises Lachen, ein Tribut an die Freude lebendig zu sein. Das saftige Grün des Dschungels wirft an vielen Stellen Lianen und Schlingpflanzen auf den weißen Sand, um den Strand Stück für Stück zu erobern. Wie lange dieses Spiel schon andauert, wann kam die erste Welle an diesen Strand, wann reifte die erste Kokosnuss? Wer hat all diese Harmonie und Schönheit erschaffen und warum gelingt es den Menschen nicht im Einklang damit zu leben? Fragen die sich aufdrängen, umso länger ich hier verweile...
Mein Fahrrad trägt mich die inzwischen wohlbekannte Strecke zur Grand Anse. Unterwegs gesellt sich einer der hier frei umherlaufenden Hunde zu mir und rennt mit seinen kurzen Beinen hinter meinen Fahrrad her. Nach der Steigung hängt ihm die Zunge bis zum Boden, aber er gibt nicht auf. Toughes Kerlchen. Ich kann mir bildlich denken wie er sich vorstellt mit dem Rudel zu rennen... Nach einem Zwischenstop bei Simon, der noch beim Früchtesammeln ist, erreiche ich schließlich den Strand. Dort erwartet mich schon die 3er Bande von Welpen, die sich wahnsinnig freuen mich zu sehen. Wir laufen zu fünft zum Strand und dann müssen die kleinen zurück bleiben, während ich durch die Wellen tobe. Das Meer mögen sie nicht. Sie verziehen sich in den Schatten eines Steines und schauen mir zu. Danach sitzen wir zu fünft hinter dem Stein und trocknen bzw. schlafen. Der große Turbo-renn-hund springt ab und zu auf und gräbt einen Krebs aus. Sieht sehr komisch aus wie er nach und nach mit dem Oberkörper im gebuddelten Loch verschwindet. Zurück zu Simon, die Hunde bleiben zum Glück am Strand zurück da nun weitere Gäste eintrudeln. Simon kommt gerade mit einer Ladung frischer Früchte, als ich bei seinem Stand eintreffe. Wir reden ein wenig und ich bekomme meinen Tropenteller und anschließend einen Tropendrink serviert. Ein Kokosnuss hat er leider nicht, aber er will mir dann später zum Abendessen eine zu Beryls Guesthouse bringen. Das nenne ich Service. Der Avocado Baum spuckt leider keine reifen Früchte mehr, aber dafür finde ich in der Stadt noch jemanden, der eine einzige der göttlichen Nüsse auf dem Tisch liegen hat. Meinen 500er (das sind ca.30€) kann er natürlich nicht wechseln, aber er gibt mir die Nuss so mit und meint ich solle dann Morgen wieder kommen und bezahlen. Wunderbar einfach die Menschen hier. Nun bringe ich die Nuss und den Einkauf zurück in den heimatlichen Kühlschrank und packe meine Schnorchelsachen aufs Fahrrad. Heute ist bunte Fische jagen angesagt. Auf dem Weg zum Anse de Source d'Argent, wo es dem Namen nach vermutlich besonders viele silberne wertvolle Fische gibt, komme ich an der Inselschule vorbei. Dort scheint gerade der Unterricht zu beginnen, denn ein Haufen Jugendlicher in Schuluniform bewegt sich Richtung Eingang. Im Grunde ist so eine Schuluniform eine tolle Sache, zumal sie diesen Klamottenwettstreit wie er an deutschen Schulen herrscht wirksam verhindert und das Augenmerk auf das Wesentliche konzentriert.

Seychellen

Um an den angepeilten Strand zu gelangen muss ich leider durch den Park und die Frau an der Kasse - es soll ganze 100 Rupees kosten den Park zu betreten - meint der einzige andere Weg sei an der Küste entlang zu klettern und das auch nur bei Ebbe. Klar dass gerade Flut ist. Da ich 100 Rupees nur um eine Straße zu benutzen zu teuer finde und im Park schon war als ich von Süder her zurück kam, schleiche ich außen am Zaun entlang. Hier und da ist er ein ganzes Stück runtergebogen. Also hüpfe ich schnell hinüber und gehe ganz unschuldig auf die Straße zu. Leider scheinen die beiden Aufpasserinnen ein wachsames Auge zu haben und so wird mein Versuch den Strand zu erreichen wieder vereitelt. Sie machen das aber auf eine so nette Art, dass wir alle darüber lachen müssen. Es ist ein bisschen so wie als Kind beim Versteck spielen erwischt worden zu sein. Tja nun ist guter Rat teuer. Um genau zu sein kostet er 100 Rupees. Aber nein vielleicht lässt sich der Park auch auf der anderen Seite umgehen. Ich merke schnell, dass auch dort nix zu machen ist. Allerdings mache ich dafür eine Entdeckung, die mich für alles entschädigt: einen riesigen Urwaldbaum. Er ist wahrhaft gigantisch. Keine Ahnung wie viel Menschen notwendig sind um ihn zu umfassen. Ich mache einige Bilder, auch mit mir winzig davor, damit die Dimensionen auf dem Foto später klar sind. Ein deutsches Pärchen hat sich ebenfalls zu dem Baum verirrt und wir reden ein wenig über unsere Eindrücke. Auf typisch deutsche Art versteht sich.

Seychellen

Gut statt Anse Source d'Argent gab es nun also einen Urwaldbaum und es gibt ja noch mehr Strände, an denen gut zu schnorcheln ist. Am Nordstrand finde ich dann sogar paradiesische Bedingungen am Riff vor. Kaum Brandung und das Wasser ist noch hoch genug um raus zu schwimmen. Ich wähle mir eine französische Familie und gebe meinen Rucksack in deren Obhut. Draußen am Riff erwarten mich bunte Fische in allen Farben. Sogar einer mit Pünktchenmuster war darunter. Es gibt Schnabelfische, welche die sich in Korallen verstecken, um schnell zubeißen zu können, wenn die Beute vorbeischwimmt und ganz silbrig weiße, die vor dem weißen Sand kaum zu sehen sind. Dann sind da sie gestreiften und leuchtend blauben, die wir alle aus dem Aquarium kennen. Es gibt aber auch richtig große Exemplare und manch einer misst sicher 50cm Länge. Ein Traum, sie alle schillern zu sehen. Manchmal, wenn ich mich ganz still ins Wasser lege, kommen sie ganz nah an mich heran. Ich bleibe bestimmt 2h im Wasser und habe vorsorglich ich ein TShirt an, das bei der Gelegenheit auch porentief gereinigt und gesalzt wird. Dann wieder hinaus ein wenig mit den Franzosen geschnackt und anschließend weiter, um ein ruhigen Platz im Schatten zu suchen. Ich finde einige Felsen, die ein wenig erhöht über dem und im Schatten liegen. Dort suche ich mir im ausgewaschenen Granit eine Mulde zum Sitzen, lese ein wenig, schaue aufs Meer und mache einige Fotos von den Steinen - mit mir und ohne mich. Danach ist Zeit zu meinem Guesthouse zurück zu kehren. Bald ist Essenszeit.



Tag 7

Seychellen

Die erste Woche neigt sich dem Ende und ich beschließe den heutigen Tag noch einmal alle schöne Orte zu besuchen und Leb wohl zu sagen. Morgen früh geht es mit der Fähre um 9:30 zur Nachbarinsel Praslin, die 4x größer ist und so sicher noch mehr zu Entdecken bietet. Zuerst verbringe ich 2h am Grand Anse. Die meiste Zeit davon im Wasser. Meine Hundewelpen haben sich anscheinend schon anderen Touries angeschlossen und so sehe ich nur noch einen der kleinen Racker aus der Ferne. Dann bezahle ich meine Schulden beim Avocadohändler und fahre an die Nordspitze. Dort lockt mich ein unbekannter Dschungelpfad, den ich beim letzten mal als ich hier war nicht gesehen habe. Zu dumm, dass die Wanderschuhe in meinem Guesthouse liegen. Egal es wird schon irgendwie auch in Sandalen gehen. Der Weg verschwindet rasch, aber ab und zu sind weiße Pfeile auf die Felsen gemalt um anzudeuten, wo ich weiter zu klettern habe. Welch Luxus! Nach langer Kletterei komme ich schließlich an eine einsame Bucht. Ein kleiner Sandstrand lädt zum Baden ein und einige Palmen spenden reichlich Schatten. Auf dem Sand huschen die kleinen bissigen durchsichtigen Krebse umher und so schlage ich mein Lager sicherheitshalber auf einem flachen Stein auf. Meine Karte sagt mir, dass ich die Anse Caiman wiederentdeckt habe. Ich liege erneut einige Zeit im Wasser, lasse mich trocknen und streune anschließend umher. Weiter im Dschungel entdecke ich eine Ruine, oder ein niemals fertig gebautes Haus. Solche Gebäude finden sich häufig im Dschungel. Wer sie wohl erbaut hat und zu welchen Zweck? Auf dem Rückweg treffe ich auf ein älteres, englisches Pärchen. Er versucht Sie mit viel Geduld durch die Felsen zu lotsen. Sie haben gerade in 45min die erste Hälfte der Steine geschafft und stecken nun fest. Sie traut sich nicht weiter, denn es geht ein Stück steil hinab auf einem schmalen Stein. Zurück will sie aber auch auf keinen Fall. Mutige Lady :-]! So kundschafte ich einen alternativen Weg aus und helfe ihr ein Stück weiter, doch sicher ob ich den beiden damit einen Gefallen getan habe, bin ich nicht, denn in dem Tempo werden sie es vor dem Dunkel der Nacht nicht zurück schaffen. Später auf der Straße begegnet mir noch eine riesen Schildkröte, die gemütlich auf und ab stapft. Eine Traube von Touries hat sich schon darum gebildet. Vermutlich ist sie irgendwann aus ihrem Gehege im Park ausgebrochen und zieht seitdem alleine über die Insel. Nun geht der Tag zur Neige.



Tag 8

Seychellen

Morgens um 9:15 stehe ich am Fähranleger. Die mit Tagesgästen für La Dique vollgeladene Coco Rose legt kurze Zeit später an und die Touries und Einheimischen strömen hinunter aufs Land. Die Fahrt hinüber nach Praslin ist kurz. Ich schultere den sorgsam gepackten Rucksack. Puh ist der schwer. Daran werde ich mich erst wieder gewöhnen müssen. So trotte ich langsam die Straße am Hafen entlang Richtung Anse Volbert. Dort wo das Touristenmetropol von Praslin liegen soll. Praslin ist nämlich die selbst ernannte Badeinsel der Seychellen. Rechts ziehen einige Häuser und Bars an mir vorbei und ein Guesthouse ist auch darunter, aber ich will erst einmal schauen wie es mit dem draußen schlafen so geht. Vielleicht eine Höhle oder eine verlassene Ruine das wäre jetzt das Richtige. Etwas später erscheint ein Laden, der vielleicht die seychellische Version von einem Obi Baumarkt sein soll. Es steht Hardware Store draußen dran, aber ein Blick ins Schaufenster zeigt, dass hier keine PCs verkauft werden, sondern Farben. Werkzeug und viel Schnick Schnack zum Bauen. Mein Interesse ist sofort geweckt: typisch Mann. Hier könnte ich sicher eine Plane kaufen, damit ich nachts nicht vollkommen durchnässt werde, falls es regnet. Ach nee so richtig Lust so ein Teil mit zu schleppen habe auch nicht. Also schleppe ich mich weiter durch die Sonne an der Straße entlang. Vor einer Kirche sehe ich eine große Menschenansammlung. Dort gibt es auch viele schattenspendende Bäume. Ein guter Platz zu Ausruhen. Ich denke erst, dass es eine Hochzeit sein muss. Viele Gäste haben große Blumensträuße in der Hand, aber erst als mehrere Busse mit der Aufschrift "Funeral" erscheinen begreife ich, dass ich mit der Hochzeit falsch lag. Nun fällt mir auch auf, dass die meisten Gäste nicht so farbenfroh wie sonst gekleidet sind. Schließlich laufen sie auch schon im Alltag mit den grellsten orange und türkis Farbtönen herum. Im Grunde ein seltsamer Brauch bei Beerdigungen dunkele Klamotten zu tragen, denn wären nicht gerade dort fröhliche Farben angesagt, damit die Zurückgebliebenen es leichter haben das Leben des verstorbenen Menschen zu feiern?
So setze ich meinen Weg fort. An einer Kurve hält ein mini kleiner Kastenwagen und der Mann am Steuer fragt mich, ob ich ein Guesthouse suche. Wie freundlich vom Leben, denke ich, und erkundige mich nach dem Preis. Er meint 20€ pro Nacht wären ok und ich denke an die Löcher in denen ich manches Mal in der Karibik aus reiner Not übernachtet habe. Irgendetwas hat er mir wohl am Gesicht angesehen denn er sagt 20€ für Bed and Breakfast und beginnt mir von seinem Guesthouse in ziemlich miserablem Englisch zu erzählen. Na gut denke ich, anschauen kann ich es ja mal. Also lade ich meinen Rucksack von meinen Schultern und lade ihn in den Van. Wir fahren eine ganze Zeitlang bis fast zu Anse Lazio auf der anderen Seite der Insel. Dort steht tatsächlich das Guesthouse Le Manoir und sieht von außen schon mal ganz nett aus. Wir setzen uns in den Empfangsbereich, der wohl auch zum frühstücken dient und ich bekomme erst einmal einen tropischen Fruchtdrink. Das ist hier so Brauch. Bis zum Strand sind es ca 10min und einen Laden gibt es auch in der Nähe. Der Bus Stop ist direkt vor dem Guesthouse. Sehr praktisch. Kurze Zeit später darf ich das Zimmer besichtigen und bin angenehm überrascht. Alles ordentlich und nett, zwar nicht so toll eingerichtet wie mein letztes Zimmer aber dafür gibt es eine Klimaanlage und 2 elektronisch geregelte Ventilatoren. Alles inklusive. Wow, was für ein Schnäppchen. Ich vermute es hat mit der etwas isolierten Lage zu tun, dass er seine Zimmer nicht immer voll bekommt. Wieder unten angekommen machen wir schnell die Formalitäten und ich bekomme meine Schlüssel. Ist schon schön den Rucksack nicht mehr tragen zu müssen. Zu allem Überfluss bietet mein Vermieter auch noch Exkursionen mit dem Boot zu den nahe gelegenen Insel an. Großartig!

Seychellen

Zuerst nachdem ich mein Zimmer bezogen habe, beschließe ich mir den weltberühmten Strand Anse Lazio anzuschauen. Er rangiert in den Top 10 von der ganzen Welt und wirklich: ich kann das bestätigen. Der weiße Sandstrand fällt langsam und allmählich ab ins türkisblaue Meer. Große Granitblöcke verzieren die beiden Seiten der Bucht. Wirklich traumhaft. Hinter dem Strand liegt eine frei zugängliche private Anlage mit unzähligen Palmen und grünem Gras darunter. Es gibt 2 schön gestaltete Strandrestaurants, die im Hintergrund der Palmen sehr natürlich und unauffällig wirken. Am Strand bekomme ich auch gleich einen Gutschein für das eine Restaurant in die Hnd gedrückt. Den werde ich in den nächsten Tagen nutzen. Am Strand deponiere ich mein Hab und Gut und bade eine lange Zeit im warmen Wasser. Die Brandung ist sehr sanft und so lässt es sich stundenlang einfach nur schwerelos im Wasser liegen. Nun herrlich abgekühlt bin ich bereit für neue Eindrücke. Ich spreche einen Einheimischen an der gerade sein Auto besteigt und darf natürlich mitfahren. Praktischerweise bis zu meinem Guesthouse wo sich auch der Bus Stop befindet. Die Busse sind wunderbar klapprig und alle Fenster und Türen stehen während der Fahrt offen. Der Fahrer kennt die Kurvenradien gut, auch wenn uns nicht Eingeweihte manchmal leichte Bedenken kommen, ob wir wohl gleich in den Abgrund stürzen. Leitplanken oder Straßenmarkierungen sind hier nicht zu entdecken. Immerhin kostet eine Fahrt nur 5 Rupien bis man wieder umsteigt. Das sind ca 30cent. Kleingeld also. Da kann man auch gut mal in die verkehrte Richtung fahren. In meinem Fall ist das nicht möglich da Le Manoir Endstation ist. So heizen wir hinauf und hinab und erreichen schließlich die Cote d'or oder Anse Volbert. Dort im Touristenzentrum ist es eher ruhig. Einige wenige Gäste am Strand, der sich 2km in beide Richtungen erstreckt. Fischerboote liegen vertäut in der Bucht und in Schwimmreichweite gibt es eine kleine Insel. Auch dieser Strand fällt nur langsam ins Meer ab. Draußen über dem Meer gewittert es, aber die Winde stehen günstig. Kein Regen heute. Ich bummele durch die Hauptstraße kaufe Cornflakes Mandel Flocken und H-Milch dazu. Auf den Seychellen sind Kühlregale unbekannt. Es gibt entweder warm oder tiefgefroren -dazwischen nichts! Ich erstehe außerdem Pistazien, Bananenships und noch so eine exotische Chipsart ohne Aufschrift. Ob das Brotfrucht ist? Nach dem erfolgreichen Einkauf noch einmal ins kühle Nass und dann ist es Zeit fürs Restaurant. Der letzte Bus fährt um kurz vor 18 Uhr und danach geht es nur noch zu Fuß oder per Anhalter zum Le Manoir. Ich entscheide mich für Le Luca. Einige andere habe ich mir schon vorgemerkt, denn dort kann man den Catch of the day bzw. ein sehr reichhaltiges Fisch Salat und Fleisch Buffet erhalten. Es gibt gegrilltes Hühnchen und Salat. Mal nix Exotisches und auch kein Fisch. Schmeckt alles ganz lecker, wenn auch nicht mit den raffinierten Gaumenfreuden von Maama zu vergleichen. Nun aber schnell zum Bus. Noch zwei Kugeln Eis auf die Hand und nun stehe ich und warte und warte und warte. Busfahrpläne gibt es nicht und niemand von denen, die ich gefragt habe, hatten den Durchblick, wann ein Bus kommt. Sie stehen anscheinend einfach da und warten. Also mache ich es genauso. Um 18 Uhr gebe ich auf und laufe durch die Geschäfte. Die einzige aussagekräftige Information bekomme ich in einem Minnimarkt. Ich stand wohl an der falschen Bushaltestelle. Alles sehr seltsam. 18:30 soll nun der letzte Bus fahren. Ich bin gespannt, ob er kommt. Und tatsächlich biegt er "pünktlich" um 18:22 um die Ecke. So heizen wir in einem Affenzahn zurück zum Le Manoir. Der Bus fühlt sich für meine Technik geübten Ohren fast vor dem Kollaps an. Die Stoßdämpfer dämpfen nur noch kläglich und bei jedem Schlagloch, und davon gibt es viele, fühlt es sich so an als würden die Achsen sich seitwärts bewegen. Dem Busfahrer macht das alles gar nichts. Er scheint einer von der ganz harten Sorte zu sein, gibt kurz vor der Kurve noch ordentlich Gas reißt den Bus dann um die Kurve. Auffällig ist dass alle im Bus sich an den Haltegriff klammern. Am Cockpit des Fahrers klebt diesmal auch nicht der Aufkleber: "How do I drive?" mit Telefonnummer. Warum wohl? Wider Erwarten kommt der Bus dann doch beim Manoir an. Ich lerne die russische Familie, die neben mir wohnt und auch deutsch spricht kurz kennen und spiele dann etwas Gitarre auf meiner Terrasse mit Blick auf Dschungel und Küche. Dann gehe ich hinein. Es war ein langer Tag.



Tag 9

Seychellen

Der Tag beginnt mit klarem Himmel und rasch aufsteigender Sonne. Die Nacht war wie vom Vermieter versprochen ruhig und dank der Klimaanlage kühler als gewohnt. Ich hatte sie auf 27 Grad eingestellt und so ist es dann auch angenehm, wenn man ohne Decke auf dem Bett liegt. Beim Frühstück sitzt schon die russische Großfamilie. Ich verstehe kein Wort. Wie lernt man nur so zu sprechen? Das Frühstück ist nicht gerade bombastisch, aber zusammen mit den am Vortag einkauften Dingen ist es vollkommen ausreichend. Heute will ich einen weiteren sagenumwobenen Strand erwandern. Er heißt: Anse Georgette. Eine kleine Info bekomme ich von Rony, dem Sohn meines Vermieters. Rony ist der Mann für alles im Le Manoir. Man kann ihm einen Fisch zum Braten genauso wie dreckige Wäsche zum Waschen geben. Alles inklusive natürlich. Zuerst geht es also noch einmal zur Anse Lazio und von dort aus startet der schmale Dschungelpfad. Ich frage am Strand noch eine frühe Besucherin und eine Einheimische, die ihre Bar am Ende des Strandes auf Vordermann bringt. Nun kann es also losgehen. Der Pfad ist rasch gefunden und schlängelt sich hinauf in den Dschungel. Es ist drückend heiß und feucht. Das Wasser läuft mir in Strömen das Gesicht hinunter. So erreiche ich schließlich ein kleines Haus auf einer Anhöhe. Ein Mann schuftet unter Aufsicht seiner Frau schwer, um einen Busch samt Wurzel aus der Erde zu bekommen. Ich laufe weiter, nun auf einem breiteren Weg, der in die richtige Richtung zu verlaufen scheint. Allerdings biegt er umso höher er ansteigt immer mehr Richtung Süden ab und so muss ich wohl oder übel wieder zurück. Bestimmt 1/2 Liter umsonst geschwitzt - ärgerlich. Wieder zurück zu dem Haus. Der Mann hatte wohl genug von der Arbeit, oder seiner streng dreinblickenden Frau, und ist inzwischen verschwunden. Wohin nun? Ich umkreise das Haus finde aber nichts. Just als ich aufgeben und zurückkehren will kommt ein junger Mann barfuß den Pfad hinauf. Er erklärt mir genau wo ich suchen muss und nun ist es ganz einfach. Der Weg ist wirklich total zugewachsen. Eine Machete wäre toll. Nach einiger Zeit lichtet sich aber das Dickicht und der Pfad ist klar sichtbar. Nun beginnt er auf und ab zu steigen. In den Tälern befindet sich jedes Mal ein Süßwasserbach mit kühlem Wasser. Ideal zum Füße drinnen baden. Nach dem dritten Bach geht es immer weiter hinauf, schlängelt sich um eine Kurve und endlich erscheint er vor mir: der Anse Georgette. Er ist wirklich sehr schön, ganz wie der Anse Lazio nur etwas kleiner und intimer. Es gibt nur wenige Handtücher in weiten Abständen. Nach einer Pause beschließe ich zurück zu wandern, denn schließlich möchte ich heute in meinem exklusiven Strandrestaurant essen und dass schließt um 15:30. Der Weg zurück ist ebenso anstrengend. An einer Stelle entdecke ich eine Abzweigung und ich kann es natürlich nicht lassen den neuen Weg zu erkunden. Immerhin geht er fast in die gleich Richtung. Allerdings führt er nach unten. Nach 15min Marsch stehe ich am Rande von - ja was ist das denn? Nach den Blättern müssen es Hanfpflanzen sein. Hier verstecken sich also die Drogenproduzenten. Kaum bin ich oben aufs Feld getreten fangen 3 Hunde an zu kläffen und die beiden kleinsten rennen auf mich zu. Ich stehe unerschrocken da und schaue zu. Sie bleiben in einiger Entfernung stehen und kläffen aber weiter. Nervige Biester. Anscheinend wird der Weg sowieso bei dem Haus zu Ende sein und an Hanfblättern oder Produkten daraus habe ich kein Interesse.

Seychellen

So gehe ich langsam wieder den Berg hinauf. Die Hunde bleiben zurück und ich erreiche nach einigen Stunden meine Anse Lazio. Dort stürze ich mich ins Wasser und danach geht es ins Restaurant. Für den Gutschein bekomme ich ein Tropencocktail. Ich bestelle mir einen gegrillten creolischen Fisch mit Reis und Salat. Danach gibt es tropischen Fruchtsalat. Ist alles sehr lecker und auch sehr teuer. Das Ambiente zahlt man mit. Naja heute ist ja Sonntag, was ich übrigens nur weiß, weil ich mich mit Rony darüber unterhalten, wo denn die Post auf dem Eiland zu finden ist. Die Antwort: es gibt keine. Deshalb gibt es wohl auch keine Ansichtskarten zu kaufen. Allerdings soll man am Montag Briefmarken kaufen können, aber nur in bestimmten Läden, die vermutlich nur Weihnachten und Ostern geöffnet haben, und danach kann man die Post in eine Box einwerfen und das Beste hoffen. Bin gespannt, ob es auf Mahe dann eine Post gibt. Es ist schon merkwürdig in welcher Reihenfolge die Zivilisation hierher ankommt. Zurück zum Restaurant. Die Bedienung war eher neutral und denke an meine strahlende Maama. Einen Service Zuschlag von 40 Ruppees gibt es trotzdem im Restaurant. Vermutlich weil sonst niemand ein Trinkgeld geben würde. An dieser Stelle passt gut hier hinein, dass nach meinem Empfinden Praslin von den Menschen her eine andere Ausstrahlung hat. Man sieht hier weniger lachende Gesichter, viele berauschte Afrikaner und unfreundliches oder gleichgültiges Personal. Die Natur ist bisher genauso schön wie auf La Dique, aber jedem der die Seychellen besuchen möchte, würde ich den Garten Eden empfehlen. Vermutlich hat es etwas mit der Größe zu tun, denn umso weniger Menschen auf einem Haufen leben, umso besser scheint es zu klappen. Es gibt bestimmt vieles was sich die Europäer von den Inselvölkchen abschauen könnten. Allem voran die Ruhe und Geduld, das moderate Tempo des Lebens, denn die Hitze lässt nichts anderes zu. Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit und Menschen nicht nach ihrem Äußeren zu bewerten. Allerdings glaube ich, dass all diesen Menschen hier und in anderen tropischen Ländern unsere Entwicklung in die materialistische Abhängigkeit und alles was damit zusammenhängt noch bevorsteht. Es ist ähnlich wie bei Kindern, die dem Weisen ähneln in ihrer Unschuld und Reinheit, aber noch nicht den Weg durch die Begrenzung gemacht haben.

Seychellen

Genug der tiefsinnige Gedanken, denn nun verschlingt das Meer nach und nach den Strand. Es ist Zeit aufzubrechen. Während ich den Strand verlasse kommt ein asiatisches Brautpaar an. Die wunderschöne strahlende Braut wird für die Fotos am Strand hergerichtet und viele Touries, ich darunter schauen neugierig zu. Die größte Schwierigkeit ist das lange Kleid mit Schleppe da die Wellen fast den ganzen Strand überspülen. Am Ende sind die Fotos aber im Kasten und wir alle machen uns auf dem Weg nach Hause. Unterwegs finde ich am Wegesrand dann noch eine gerade herabgefallene Kokosnuss und nehme sie dankbar mit. Beim Guesthouse wird sie dann skalpiert und mit Strohhalm gereicht und die ganze Gesellschaft fragt nach Gitarrenmusik. Sie sitzen alle im Frühstücksraum sicher 10 dunkelhäutige Seychelos, aber ich bin wirklich kaputt vom Dschungel und Strand und so muss das Spielen warten.



Tag 10

Seychellen

Am Morgen stelle ich erfreut fest, dass das Wasser im Bad keinerlei Chlor enthält. Anscheinend hat Le Manoir eine eigene Wasserversorgung aus den Bächen, oder durch Regenwasser. So macht das Duschen wieder Freude.
Der Urwald: Der Bus zur Vallee de Mai fährt um 9Uhr. Da die Wasservorräte zur Neige gehen nehme ich den Bus um 8:30 um an der Anse Volbert die nötige Expeditionsausrüstung zusammen zu stellen. Der Bus kommt überraschenderweise fast pünktlich - sicher ein Versehen. In Anse Volbert bekomme ich mein Wasser und steige in den Bus zur Vallee de Mai um. Der ist rappelvoll und nachdem alle eingestiegen sind steht der letzte auf dem Trittbrett des Einstiegs und ich sitze auf der Motorhaube. Die befindet sich bei so einem Bus zum Glück innen. Nun geht die schwankende Fahrt zum Hafen. Auf dem Weg wollen noch mehr Menschen einsteigen, aber die ignoriert unser Fahrer resolut. Am Hafen steigt endlich ein Teil der Gäste aus und ich ergattere einen Sitzplatz für die restlichen 4km. Wir halten direkt vor dem touristisch aufgemotzten Gebäude. Da ich mich eigentlich mehr als Forscher, als als Tourist sehe habe ich wenig Verständnis 15€ dafür zu bezahlen mich durch den Dschungel zu bewegen. So fotografiere ich die Übersichtskarte und schlendere die Straße entlang. Ich werde schon bald von einem teilweise zugewachsenen Pfad belohnt, der mich hinab in ein Bachtal führt. Die riesigen Palmen dominieren hier die Vegetation. Hier und da sehe ich auch schon die gigantischen Cocos de Mer, die einem weiblichen Becken gleichen. Diese Nuss braucht ca. 3 Jahre um zu reifen und kommt nur hier auf den Seychellen vor. Früher war sie heiß begehrt bei den Königshäusern und sie wurde gleich Edelsteinen gehandelt.

Seychellen

Ich folge dem Bach, anschließend einen kaum erkennbaren Pfad bis ich auf eine kleine Absperrung stoße. Dort schlüpfe ich hindurch und bin im Park angekommen. Hier sind die Wege gut gepflegt. Der Dschungel bietet ein urwüchsiges Bild. Mehrere Etagen von Palmen buhlen um das Sonnenlicht. Dementsprechend dunkel ist es am Boden. Moskitos schwirren in der feuchten Luft umher. Die riesigen Palmwedel der Coco de Mer Palmen sind wahrlich gigantisch und ich fühle mich in eine ferne Vergangenheit zurückversetzt. Jeden Moment könnte ein Dinosaurier durch den Urwald stapfen. Den Pfad hinauf treffe ich auf die ersten Touries in Begleitung eines Führers. Nun ist Vorsicht angesagt, denn ich weiß ja von La Dique dass Eintrittsgelder in Parks zu sparen schwieriger ist als anderswo. Ich verberge mich im Dickicht der Palmen und lasse sie passieren. Dann setze ich meinen Weg alleine durch den Dschungel weiter fort. Der Pfad führt über Stufen den Berg hinauf zu einer Lichtung auf der es einige Bänke zum Ausruhen gibt. Ein wenig später am Scheitelpunkt der Rundwege sehe ich einen dunkelhäutigen Mann sitzen. Ich beobachte ihn hinter einer Palme und hoffe meine Haut leuchtet nicht mehr so wie am Anfang als ich auf den Seychellen kam. Und richtig: kurze Zeit später bewegt sich eine Frau in einem grünem Hemd hinter einem Palmenwedel hervor. Diese grünen Hemden kenne ich von La Dique. Das sind die Aufpasserhemden, aber diesmal bekommen sie mich nicht. Ich vermute, dass sie dort einen zweiten Posten aufgebaut haben, um die, die wie ich, durch den Dschungel in den Park kamen zu erwischen. So gehe ich zurück und probiere die anderen Wege aus. Nun habe ich das System durchschaut. Schwer war es nicht, aber ich denke doch, dass ihnen viele in die Falle gehen. Auf dem Weg hinaus treffe ich am Bach auf drei Wissenschaftler, die mit Hacken bewaffnet den Boden bearbeiten. Ich erkundige mich was sie da treiben und bekomme einen Vortrag über irgendeine amphibische Wurmgattung, die sie erforschen. Hört sich nicht wirklich spannend an, was aber auch an der trockenen Erzählung des Wissenschaflters liegen kann. Nun da ich den Park gesehen habe spaziere ich in das Informationzentrum lese in den ausgestellten Büchern und schaue was für die Touries so geboten wird. Anschließend sitzen wir alle und warten auf den Bus. Mehrere Busse kommen vorbei. Alle so voll, dass der Fahrer nicht mal anhält. Die Tourieansammlung wird immer größer. Ich glaube kaum, dass sie selbst in einen ganz leeren Bus passen.

Seychellen

Ich beschließe lieber zu Fuß zu laufen und mir den von zwei Engländern erwähnten Wasserfall weiter unten anzuschauen. Der Bach dem ich schon durch den Park begegnet bin verbreitert sich längs der Straße zusehens und nach 1km plätschert das Wasser über Stufen den Abhang hinunter. Ich verlasse die Straße, bade meine Füße im kühlen Nass und mache einige Fotos. Ein schöner Ort zum Verweilen. Ich setze mich an die Kante wo das Wasser 15m steil hinab in ein Becken fällt und genieße den Dschungel. Zum Glück schlafen die Moskitos hier selig und ich bleibe unbehelligt. Der Rückweg und das Warten auf den Bus ist wie gewohnt. Ich laufe dem Bus ein wenig entgegen, aber dass bringt am Ende nichts. Am Strand der Cote d'or quatscht mich ein cooler junger Mann mit verspiegelter Sonnenbrille an. Er will mir seine Exkursion zu den beiden Inseln schmackhaft machen und da er schon 6 Touries überzeugt hat soll ich einen Discount bekommen. Sein Discount beträgt dann öde 10€. Ich schlage ihm 20€ vor was ihn richtig aus der Fassung bringt. Er redet und redet und erst als ich erwähne das ich ein Zimmer für 20€ die Nacht hier habe sieht er ein, dass ich vollkommen verrückt bin und lässt mich weiterziehen. Die Restaurants an der Anse Volbert haben leider alle bis auf eines zu und gerade in dem war ich schon. Es hilft nix ein Fisch muss auf den Teller. Mit dem letzten Bus fahre ich anschließend zurück. Mein kühles Bett wartet schon auf mich.



Tag 13

Seychellen

Der Salazie-Trail Die Nacht über hat es stark geregnet und ich bin sehr dankbar für mein schnuckeliges kleines Zimmer. Der Morgen präsentiert sich Wolken verhangen aber Rony versichert mir, dass es im Laufe des Tages sonnig werden soll. So nehme ich nach dem Frühstück, dass ich zusammen mit einem sicher 200kg schweren Mann am Tisch neben mir, einnehme den Bus zur Anse Volbert und von da aus die kleine Straße ins Inland. Kleine Behausungen eingebettet in Palmen, Farne und tropische Bäume wechseln sich mit gurgelnden Bächen ab. Praslin ist sehr reich an Quellen und eben aus diesem Grund kommt auch das gesamte Wasser der Seychellen von hier. Die Straße endet nach einigen 100m und hier beginnt der alte Inselpfad zur Westküste von Praslin. Anfangs ist er breit und gut gepflegt. In regelmäßigen Abständen stehen einige frisch gesägte Bretter am Wegesrand und ich überlege wofür sie wohl sein könnten. Ein wenig später kommt mir dann ein kleiner freundlicher Seychelois mit 2 der riesigen Bretter auf dem Kopf tragend entgegen. Unglaublich was diese Menschen tragen können. Beim nächsten Bretterhaufen hebe ich versuchsweise eines an und stelle fest, dass ich mit einem ganz zufrieden wäre, wenn ich es den halben Berg hinunter tragen sollte. Einen weiteren km aufwärts entdecke ich dann den Baumstumpf und noch einige weitere Bretter. Erstaunlicherweise hat er den Baumstamm mit der Motorsäge in vollkommen gleichmäßige Streifen geschnitten. Das Holz ist noch frisch und duftet herrlich nach den Tropen. So holen sich also die Einheimischen ihr Bauholz - ganz ohne Obi und Co. Der Weg führt weiter hinauf bis zum Pass, von wo ich das Meer ab und zu sehen kann. Die Vegetation verändert sich nun und macht flachem Buschwerk und Bereichen mit feingliedrigen Farnen Platz. Im weiteren Verlauf ist dann alles extrem zugewachsen und nur 1 Plastikschlauch, der Wasser aus dem Bach hinab ins Tal bringt dient mir als Wegweiser durch den Dschungel. Diese Seite des Abstiegs nimmt erheblich mehr Zeit in Anspruch als der Aufstieg, aber schließlich komme ich bei einem Friedhof aus dem Dschungel heraus. Die uralten Grabsteine sind teilweise gespalten und die Inschriften längst verwittert. Der älteste der noch zu entziffern ist stammt von 1870. Die meisten Menschen im letzten Jahrhundert scheinen auch nicht besonders lange gelebt zu haben. Es sind viele Gräber mit 30-40 jährigen belegt.

Seychellen

Nun führt mich eine kleine Straße in Serpentinen hinab zum Strand der Grand Anse. Der Strand heißt nicht umsonst so, denn er ist mit ca. 12km sicher einer längsten auf den Seychellen. Viele Fischerboote liegen im flachen Wasser und Seegrass bedeckt den Sand entlang der Wasserkante. Insgesamt zähle ich 11 Touristen auf den 12km. Also ist mit mir genau ein Touri pro km Strand hier. Wo gibt es so etwas noch? Allerdings ist der Strand neben seiner Idylle mit den Fischerbooten und der schieren Länge nicht so schön wie die kleineren Buchten mit Steinen an den Seiten. Wobei das Kritik auf sehr hohem Niveau ist, denn die Strände hier auf den Seychellen sind eigentlich alle sehr viel schöner und natürlicher als wir aus Euopa gewohnt sind. Während eines heftigen tropischen Regenschauers sitze ich unter einem Vordach eines Guesthouse mit einem Tourie-Pärchen fest. Ihr Mann schläft ein und wir beide lesen bis der Regen weiterzieht und der Himmel sich wieder auftut. In der neu gewonnenen Trockenheit suche ich nach einem brauchbaren Restaurant finde aber nix Ansprechendes. So kehre ich kurz entschlossen zur Anse Volbert zurück, wo ich inzwischen ein creolisches Lieblingsrestaurant habe. Dort erfahre ich auch die Richtwerte für die Bus-Zeiten. Manche Fahrer kommen zwar gerne ein wenig früher aber in der Regel fahren die Busse immer 5 vor der vollen Stunde. Damit endet der letzte Erforschungstag auf Praslin. Vielleicht klappt es noch mit dem Bootsausflug auf die Nachbarinseln, wenn das Wetter mitspielt. Ansonsten habe ich auch hier die Insel umrundet und alles gesehen und viele Stunden auf die Busse gewartet. Nun freue ich mich (mit ein wenig unterschwelliger Panik) auf mein Auto auf Mahe. LINKSVERKEHR im Auto - wie grausig. Immerhin habe ich auf dem Fahrrad schon geübt.

Seychellen

Und... Was sehr auffällig ist hier auf Praslin ist, dass es sehr viele junge Mädchen gibt, die schon ein Kind haben bzw. schwanger sind. Keine Ahnung ob das an den auschweifenden Parties am Wochenende an den Stränden liegt, oder ob die Altersvorsorge noch mit Kindern verknüpft wird. Auf Praslin leben rund 8000 Menschen, was im Vergleich zu manchen deutschen Städten sehr wenig ist in Bezug auf die Landmasse. Trotzdem habe ich mich während der Busfahrten oft gefragt was diese Menschen arbeiten. Ab und zu sieht man Bauarbeiter, die die Straßen freischneiden oder Reparaturen durchführen. Dann gibt es die Busfahrer, eine Schule und einige Einkaufsläden, aber keinerlei Industrie, keine Bürokomplexe oder ähnliches. Eine Polizeistation und ein Mini-Verwaltungsgebäude habe ich noch entdeckt. Außerdem die Restaurants natürlich und die zugehörigen Fischer, die diese beliefern. Aber reicht das für 8000 Menschen? Sicher versorgen sich viele auch selbst und verkaufen den Überschuss wiederum an die Geschäfte. Wenn man aus Europa kommt staunt man trotz allem, wie so eine kleine Wirtschaft doch funktionieren kann. Die Seychellen sind bestimmt kein reiches Land, aber sie sind sicher auch nicht so extrem verschuldet wie die Europäer. Ich bin gespannt wie sich in dieser Hinsicht die Hauptinsel Mahe zeigt. Immerhin gibt es dort eine Thunfischdosen Fabrik.



Tag 14

Seychellen

Das Buffet Pünktlich um 19:30 eile ich zum Hotel. Unter einem geschwungenen Dach aus Palmenblättern stehen Tische in Kerzenlicht gehüllt. Die Beleuchtung ist gedämpft und es duftet nach Gewürzen, Gegrilltem und Früchten. Einige seychellische Schönheiten bedienen die Gäste, die schon Platz genommen haben, schenken Getränke nach und vollenden das südländische Flair mit ihrem Lächeln. In der Mitte thront ein großer ovaler Tisch mit creolischen Köstlichkeiten. Es sind 20 Schalen, Teller und Platten. Bis auf den Kartoffelgratin ist mir alles unbekannt. Kleine Schilder beschreiben in kurzen Worten, was sich in den Behältnissen befindet. Auf einem Tisch nebenan stehen die Suppenterrinen und der Reis. Alles duftet exotisch nach Kokos, Mango, Fisch und vielen Gewürzen. Am Grill steht der Chefkoch und dreht die Fischfilets,das Lamm und Hühnerfleisch. Für die Zeit bis das Gegrillte bereit ist steht eine Schale mit frischem rohen Fisch bereit. Der Chefkoch versichert, dass der Fisch noch um 15uhr im Meer geschwommen ist. Das nenne ich ein echtes Sushi. Ich nehme mir von fast allem, was auf meinen Teller passt und probiere mich durch. Nach dem zweiten Durchgang habe alles probiert und nun stehen die Favoriten fest. Besonders lecker ist der Fischsalat, das Hühnchengemüse, der rohe Fisch, die Avocado Oktopus Creme und der Reis natürlich. Nun ist auch das Grillgut bereit und alle strömen zum Grill. Es gibt 2 Sorten Fisch, Hühnchen und Lamm. Das Lamm und der zarte Fisch sind besonders lecker. Mit Schrecken merke ich, dass ich eigentlich schon mehr als satt bin. Na ein Teller noch.... und noch einer? Buffets sind grausam. Schließlich gebe ich auf. Es geht nichts mehr hinein. Zu meinem Schrecken kommt noch ein Nachtisch: 2 Kugeln Mangoeis. Eis scheint allerdings nicht den Gesetzen eine übervollen Magens zu folgen, denn es passt noch locker hinein. Völlig überfressen verlasse ich das Hotel und mache mich auf den Weg zurück zu meinem Guesthouse.



Tag 15

Seychellen

Langsam verschwindet Praslin in den Tiefen des Meeres während uns die Fähre mit rasanter Geschwindigkeit Richtung Mahe befördert. Das Meer ist am Tag der Überfahrt wieder ruhig wie ein See und so schaffe ich es erneut nicht seekrank zu werden. Es wird noch ein richtiger Seefahrer aus mir! Seemannsbeine müssen langsam wachsen. Auf Mahe angekommen erwartet mich schon mein Autovermieter. Wir laufen zu meinem neuen Gefährt. Klein, schnuckelig und dunkel-brombeer-rot ist er ; hat vier Türen und einen winzigen Kofferraum, in den genau mein Rucksack passt. Die Formalitäten laufen bis eine Kaution von 500€ zur Sprache kommt flüssig. Davon hat mir niemand etwas gesagt und nein eine Kreditkarte habe ich auch nicht. 200 könnte ich ihm maximal gebe. Nein das reicht nicht - war ja klar. Die Chefin mit der er dann telefoniert bleibt ebenfalls stur. Ich schlage vor Olaf anzurufen. Er ist mein Reiseveranstalter und da er ja nun versäumt hat mich auf die Kaution hinzuweisen ist das auch der einzige logische Schritt. In Deutschland ist es 7 Uhr morgens. Armer Olaf. Aber was ein guter Reiseveranstalter ist, der ist 24h am Tag im Einsatz. Und tatsächlich ich habe ihm kurze Zeit später am Telefon. Alles null problemo. Er stellt die Kreditkartennummer und es kann weitergehen. Nun wo dieser Punkt geklärt ist muss ich nur noch 5x auf einem DinA4 Bogen unterschreiben und es kann losgehen. Das Gepäck ist verstaut und ich gehe zur Beifahrerseite und setze mich hinein. Vor mir das Lenkrad. Blinker auf der rechten Seite, Handbremse links, Scheibenwischer bewegen sich merkwürdig falsch herum. Zum Glück ist es ein Automatik. Ein Segen.

Seychellen

Es geht los über den Parkplatz und zielgenau auf die falsche Seite der Straße. Dort immer schön am Mittelstreifen entlang fahren und nie vergessen, dass die breite Seite des Autos nun rechts ist. Ein wenig verwirrend. Zu allem Überfluss muss ich durch die Hauptstadt Victoria hindurch um an meinen Strand und zu meinem Guesthouse zu kommen. Links abbiegen ist einfach, aber rechts da sträuben sich mir die Nackenhaare. Wiese konnten die Engländer sich nicht einmal der Mehrheit anpassen. Victoria liegt endlich hinter mir und langsam geht es besser. Nun geht es in Serpentinen einen Berg hinauf und hinunter. Hinter mir bildet sich eine Schlange während ich schön langsam hinunter zum Beau Vallon fahre. Die Choice Villa mein Guesthouse für die kommenden Tage finde ich auf Anhieb. Ich kann den Wagen eine steile Auffahrt hinauf direkt am Guesthouse parken. Ob ich da wieder heil runterkomme? Mein neues Zuhause wird mir von einer Frau Typ Maama gezeigt und ist recht ordentlich. Sehr groß mit Küche und Bad. Der Wohnraum ist mit Möbeln aus tropischem Holz und edlen Dachbalken sehr schön eingerichtet. In der Küche gibt es Herd, Kühli, Mikrowelle (igitt) und sogar eine Kühltruhe. Der reinste Luxus. Natürlich hängt in einer Nische auch ein Safe und eine Klimaanlage gibt es auch. Vor der großen Verandatür habe ich meine eigene Terrasse mit Blick auf die Berge, eine alte Kirche und ein Zipfelchen Meer. Kann man es schöner haben?

Seychellen

Beau Vallon präsentiert sich schon beim ersten Ausflug am Nachmittag als reges Touristädtchen. Welch Unterschied zu Praslin oder La Dique. Nicht dass ich den Rummel liebe, aber nach der langen Zeit der leeren Strände, leeren Restaurant und leeren Straßen ist es eine willkommene Abwechslung. Ich mach einen Stop bei Randy dem fröhlichen Obstverkäufer und darf lauter exotisches Zeug probieren, wie zum Beispiel einen Waterapple. Sehr wässrig mit leichtem Apfelaroma. So etwas kannte ich vorher noch nicht. Ich entscheide mich aber dann doch lieber für die geschmacksintensiveren Maracujafrüchte und einen Kranz Bananen. Außerdem 2 Avocados fürs Frühstück. Man weiß ja nie was es im Guesthouse gibt. Die Einheimischen bereiten derweil ihre Samstag Abend Party am Strand vor. Ein Grillstand wird aufgebaut wo Touries etwas kaufen dürfen und die Insulaner umsonst etwas bekommen. Nach einem Nickerchen am Strand fällt mir ein das meine Rupees fast alle sind und Morgen ja Sonntag ist, wo vielleicht keine Wechselstube geöffnet ist. Also setze ich meine Erforschung fort, entdecke einen angeketteten Hund mit einer Katzenfreundin. Sie streicht immer um ihn herum und er schnüffelt begeistert an ihr. Vermutlich sind sie eine Synthese eingegangen und er kann ihre Ausflüge anhand der Gerüche miterleben. Dafür darf sie sich an ihm reiben. Man sieht es gibt auch im Tierleben so etwas wie Geschäftsbeziehungen. Die Wechselstube, die ich dann finde ist sehr locker und schnell. Kein Pass, keine Quittung. Nur ein Taschenrechner und 2 Haufen Geld. Na hoffen wir mal dass alles echt ist. Im Supermarkt bleibt mir fast der Mund offen stehen vor Staunen. Hier gibt es so viele Dinge zu kaufen. Sogar einen Kühlschrank haben sie. In einem Regal entdecke ich dann auch noch eine Art Bio Vollkorngetreide Barren. Nun ist mein Glück perfekt. Dazu noch 3l Wasser und ein Mandelsplitter Vanille Eis. Nur dass hier kein Missverständnis aufkommt. Gegen deutsche Verhältnisse ist der Markt immer noch in minimal Bestückung, aber immerhin. Wer 2 Wochen keinen Joghurt, keine Käse und auch sonst sehr wenig gesehen hat staunt dann schon sehr. Abends kehre ich dann in die Barfußpizzaria direkt am Strand mit Sandboden ein. Das Meer rauscht, und das letzte Licht der Sonne entschwindet über dem Ozean. Die Pizza mit geräucherten Schwertfisch ist eine willkommene Abwechslung zum creolischen Essen der letzten Tage. So geht der erste Tag auf Mahe zu Ende und ich mache mich auf den Weg zurück in mein schönes neues Heim.



Tag 16

Seychellen

Hier endet nun mein Reisebericht, obwohl ich auch auf Mahe noch viele Abenteuer erlebt habe. Die Seychellen sind ein Ort voller neuer Eindrücke für mich gewesen und ich kann eine solche Reise nur allen Abenteurern unter meinen Lesern empfehlen. Die Natur auf den Inseln ist noch wie zum Anbeginn der Zeiten und fühlt sich auch genau so an und die Menschen sind oft herzlicher und hilfbereiter, als man das aus Europa kennt. Das Essen ist sehr exotisch, wenn man sich traut in die kleinen Restaurants und Guesthouses zu gehen. Wo sonst kann man einen türkis schillernden Fisch essen, der gerade aus dem Meer gezogen wurde? Unvergleichlich. Der Dschungel ist ebenfalls absolut sehenswert und aufgrund der fehlenden giftigen Tierarten auch für jeden Menschen zugänglich. Einzig die Moskitos sind in den Feuchtzonen eine Plage.
Zum Abschluss noch einmal alle Bilder als Minnis zum Anklicken:

Seychellen

Seychellen

Seychellen

Seychellen

Seychellen

Seychellen

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Seychellen

Seychellen

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Seychellen

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Seychellen

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Seychellen

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Seychellen

Seychellen





































































Unterwegs in London

BigBen











Bushaltestelle

Ein lang gehegter Traum von mir und meiner Tante war es, einmal die Stadt London zu besuchen. Dies erfüllten wir uns in einem Mädelskurzurlaub für 3,5 Tage mit "Mango Tours" im April 2014. Wir haben lange hin und her überlegt, wie wir unseren Trip gestalten wollten und da wir beide nicht sehr gut Englisch sprechen und dazu ziemliche Landeier sind, entschlossen wir uns, eine Busreise zu machen. Klingt auf den ersten Blick nach "Einkaufsfahrt" war es aber nicht. Wir waren Jung und Alt gemischt und hatten sehr viel Spaß. Abfahrt Wie es für eine Busreise typisch ist, wird man an einem Sammelpunkt, d. h. irgendeiner größeren Stadt in der Nähe seines Heimatortes aufgegabelt und fährt dann seinem Ziel entgegen. Wir entschlossen uns in Frankfurt zuzusteigen. Ganz aufgeregt machten wir uns spätnachmittags mit Bus und Bahn auf den Weg nach Frankfurt, denn unser Reisebus würde uns erst abends gegen 22 Uhr einsammeln.

Barbaraundich

Wir kamen passend in Frankfurt an und suchten erstmal unseren Sammelplatz. So richtig sicher waren wir uns nicht und als keine Mitreisenden erschienen und auch der Reisebus auf sich warten lies, wurden wir unruhig, ob wir überhaupt am richtigen Platz warteten. Wir erblickten ein paar genauso hilflos drein schauende Menschen wie wir und sprachen sie einfach an. Jep, sie wollten zwar nicht nach London, waren aber von der gleichen Reisegesellschaft und so waren wir guter Hoffnung. Der Bus erschien ca. 30 min. zu spät, was uns aber nicht störte, denn wir waren einfach zu erleichtert, dass er überhaupt erschien. Da der Bus eine Route fuhr, war es für uns nachvollziehbar, dass sich auf die Wegstrecke gerechnet auch eine solche Verspätung einschleichen kann, denn es sind ja nicht alle so pünktlich wie wir es waren und Stau kann es ja auch mal geben. Wir wurden freundlich und voller Elan von der Reiseleiterin begrüßt und waren froh, unser Gepäck verstauen zu können und unseren Platz ein zu nehmen. Meine Tante und ich sind an sich beide Frühschläfer und da unser eigentlicher Zubettgehzeitpunkt schon längst überschritten und der Tag so schon sehr erlebnisreich war, hielt uns auch die Aufregung nicht mehr allzulange wach und wir verfielen beide in einen wohligen Dösezustand. Es kamen immer noch ein paar Stops, um weitere Gäste aufzunehmen, an denen wir wieder wacher wurden. Die "Pipi-Pause" in Aachen fand ich besonders schön, denn der Dom war wunderschön erleuchtet und da wir uns etwas die Beine vertreten wollten, konnten wir ihn in seiner schönen Pracht bestaunen. Dann ging es weiter immer unserem Ziel entgegen. Irgendwann sagte unsere Reiseleiterin uns dann auch gute Nacht und das Licht im Bus wurde gedimmt. Das war sehr schön, nun durften wir SCHLAFEN!! :-) Natürlich schläft man in so einem Bus nicht so komfortabel wie in seinem Bett, aber es war überraschend angenehm. Auch wenn wir beide nicht so aussehen, lach. Wir schauten uns gegenseitig an und mussten uns erstmal auslachen und stellten fest, dass die Tage vorbei sind, in denen man eine Nacht durchmacht und morgens noch frisch aussieht. ;-))) Aber freundlich in die Camera haben wir trotzdem gelacht -wir haben alles gegeben...

Barbara

Ankunft in London 1. Tag: Morgens kamen wir in Calais an und wurden kurz vor der Überfahrt nach Dover geweckt, denn dort sollten wir die Fähre nehmen. Die Zollangestellten sahen genauso müde aus wie wir und waren eher grimmig und nicht gesprächig. Dann durften wir die Fähre betreten und das tat gut - endlich wieder Beine vertreten!! Erstmal ab zum Geldwechsel...

BarbaramitT-Shirt

...und dann ab zum "Kitschladen" und herum stöbern!!

Hafen

Nachdem wir ausgibig gebummelt hatten, gönnten wir uns einen Kaffee und waren danach voller Energie und Vorfreude. Dann endlich sahen wir den Hafen von Dover.

ModernesgebäudeinBildmitte

Dort fuhren wir wieder an Land. Es ging noch einige Zeit im Bus weiter, aber es gab so viel zu sehen, dass uns das nicht störte. Dann waren wir endlich da!!! Juhuuuu! London zeigte sich von seiner schönsten Seite - KEIN Regen, sondern strahlend blauer Himmel mit vereinzelten weißen Wölkchen am Himmel! Wundervoll!! Da wir unser Hotelzimmer noch nicht beziehen konnten, hatten wir die Wahl, entweder London allein zu erkunden, oder an einer geführten Stadtbesichtigung mit Fotostops teilzunehmen. Wir entschieden uns für die geführte Variante, denn deshalb hatten wir uns ja für diese Busreise entschieden. Wir sahen wirklich wunderschöne Sachen. London ist eine Stadt der Kontroversen. Man sieht wundervolle alte Bauwerke neben ganz modernen.

Telefonzelle

Ampelbaum

Mir haben die alten besser gefallen, aber beeindruckend waren die modernen allemal. Auch die Stimmung in der Stadt war angenehm. Ich dachte, sie sei hektisch und sicher war sie das auch, denn sie wird ja von Touristen geradezu überflutet, aber ich hatte es mir schlimmer vorgestellt und alles hatte irgendwie etwas Positives. Was mir auffiel waren die fehlenden Handystarrer, die ich bei uns in deutschen Landen aus Bussen und Zügen so kenne. Das habe ich als sehr angenehm empfunden. Die Menschen haben Dir in die Augen geschaut, nicht auf ihren Handybildschirm. Nach der Stadtbesichtigung wurden wir zu unseren Hotels gebracht. Auf dem Weg dorthin wurden wir darüber aufgeklärt, dass wir einem Irrglauben unterliegen. Ampeln würden nälich nicht hergestellt, sondern sie wüchsen an Bäumen und würden abgeschnitten und in die Welt versandt. ;) Wir kamen im IBIS-Hotel unter. Dort wurde uns gesagt, wo wir am nächsten Morgen frühstücken konnten und wann, denn der Zeitpunkt richtete sich nach dem jeweiligen gebuchten - oder nichtgebuchten - Ausflügen am nächsten Tag. Nachdem wir unser Zimmer betragen, fielen wir erstmal beide auf das große Bett. Meine Tante erspähte sofort von dort aus den "Instantkaffee" und machte sich mit Wasserkocher darüber her. Ich packte erstmal meine Reisetasche aus. Das ist eine Angewohnheit von mir, über die sich mein Mann immer lustig macht, egal wo ich bin, ob mit Rucksack oder Koffer, wenn ich ein Zimmer beziehe, wird erstmal ausgepackt! :-) Als ich damit fertig war, hatte meine Tante auch den Kaffee in sich hinein geschüttet und schaute gierig auf die 2. Tüte, die eigentlich meine war. Mit unschuldigem Blick schaute sie mich an und fragte "Sag mal, willst Du Deinen Kaffee gar nicht??" ich grinste sie an und sagte, "Nimm ihn ruhig!". Ein freudiges Strahlen breitete sich auf ihrem Gesicht aus und sie vertilgte die 2. Tasse. Danach befanden wir beide, dass es schön wäre, etwas zu Essen und wanderten suchend durch die Gegend. Letztendlich fanden wir nicht wirklich etwas Ansprechendes und aßen etwas im Hotel. Als die Bäuche gefüllt waren, wurden wir bettschwer. Es war noch nicht spät, man erklärte uns auch, wo und wie wir unseren freien Abend verbringen könnten, aber wir entschlossen uns, vorher erstmal ein kleines Nickerchen zu machen, um dann fit für unseren Ausgehabend zu sein. Als es dann so weit war, wir wollten ja nur so ein Stündchen duseln, wir da aber so gemütlich in unserem Doppelbett lagen, reichte ein Blick und wir waren uns sofort einig...."WIR GEHEN HEUTE NIRGENS MEHR HIN!! Morgen ist auch noch genug Zeit, London zu entdecken!". Wir entschlossen uns, etwas Fern zu sehen und dann zu schlafen.

BarbaraFrühstück

SandyFrühstück

London 2. Tag Am nächsten Tag ging es früh los, denn wir hatten eine Führung zu den Docks mit anschließendem Besuch des Greenwech Markets und einer Schiffsfahrt auf der Themse gebucht. Allerdings wollten wir auch noch in Ruhe frühstücken. Die Engländer frühstücken wohl eher deftig, denn es gab gekochte Würste und Bohnen in einer Sauce mit Kartoffelplätzchen, neben den Sachen, die wir auch zum Frühstück verspeisen. Ich entschied mich für die super deftige Variante, denn ich wollte ja etwas Landestypisches essen, meine Tante blieb eher deutsch-klassisch. Geschmeckt hat es uns beiden, wie man sieht...

DickensInn

Boote

Die Besichtigung der Docks war sehr interessant und hat uns sehr gut gefallen.








HausmitFluß

Die nette Reiseführerin wußte sehr viel Interessantes zu erzählen und packte vieles auch in lustige Geschichten. So haben wir z. B. auch das Haus gesehen, in welchem sich Prinz Charles heimlich mit Camilla getroffen hat und später das allseits bekannte Tampon-Telefonat geführt wurde. Ich will da jetzt nicht näher drauf eingehen, mancheiner wird wissen, welches ich meine! ;-) Von außen sieht dieses Haus ziemlich unscheinbar aus und man mag kaum glauben, dass er sich dort unauffällig treffen konnte.

HäusermitFluß







Tortenstücke

Fleisch

Greenwech Market...








GreenwichTaverne

Markteintritt

Geschäft

Metallherz

Was für ein wundervoller Markt!! Den muss man wirklich erlebt haben. Er ist überdacht, so dass man auch bei Regen ungestört schlendern kann. Es gibt ganz viele Buden und Stände mit Leckereien, Handarbeiten, Düften, Ölen und und und. Dort kann man ganz sicher ein Mitbringsel finden, wenn man eins braucht.

Sonnenanbeterin

BlickausBullauge

Riesenrad

Leider habe ich meine Tante in dem Gewühle verloren. Wir hatten zwar eine Zeit und einen Ort ausgemacht, an dem wir uns wiedertreffen wollten, falls sowas passiert, allerdings war sie zu der ausgemachten Zeit dort nicht aufzufinden. Ich wartete und bekam etwas Panik, denn ich wußte nicht mehr genau den Weg zum dem Schiff, an dem wir uns treffen wollten. Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass wir pünktlich dort sein müssen, da das Schiff nicht auf uns warten wird und pünktlich abfährt. Wir hätten unsere Reisegruppe nie wieder gefunden, wenn wir Landeier es verpasst hätten, also eilte ich zum Schiff, in der Hoffnung, meine Tante dort zu finden. Leider war sie auch dort nicht. Nun war ich hin und her gerissen. Sollte ich wieder zurück eilen? Es war kurz vorm Ablegen des Schiffes. Oder sollte ich einfach aufs Schiff gehen mit den Anderen? Ne, das kam für mich nicht in Frage, also sprach ich mit der Reiseleitung, die sagte, ich solle mich zügig beeilen und hetzte zurück. Gottseidank fand ich meine Tante auf dem Weg dorthin, die genauso aufgeregt war wie ich. Wir erreichten das Schiff noch und konnten mit den anderen an Bord gehen. Die Fahrt war herrlich. Wir hatten herrliches Wetter, so dass wir draußen sitzen konnten und hatten von dort aus einen wundervollen Blick auf die Stadt und ihre Gebäude. Es war einfach perfekt!!

Piccadilly

Blumen

Statur

Als wir wieder Land unter den Füßen hatten, hatten wir bis zum Abend Zeit, London auf eigene Faust zu erkunden. Treff sollte abends in einem bestimmten Pub sein, wo man auch gut essen konnte und von wo aus die Lichtertour starten sollte. In London gibt es wirklich viel zu sehen. Wir sahen wunderschöne Parks, herrliche Gebäude und auf dem Piccadilly Circus wundervolle Shopping-Geschäfte. Wir liefen uns die Füße wund, was wir aufgrund der Reizüberflutung aber gar nicht wahr nahmen.

BarbaraCoffee

Irgendwann waren wir uns einig....."Wir brauchen einen Kaffee!!" Wir kreisten erst ein paarmal um einen Coffe-Shop, bis wir uns mit unseren begrenzten Sprechkünsten in eben solch einen Shop trauten. Man verstand uns und wir bekamen das Gewünschte! Herrlich!! Tat gut!! ;-) Als wir aus dem Fenster schauten, sahen wir eine pinke Limousine und fragten uns ernsthaft, wie diese Autos so fahren können, an sich müssten sie doch durchbrechen!!?

Limousine

Wir waren uns auch einig, dass keiner dieses Auto fahren wollen würde, oder noch schlimmer gar EINPARKEN!! ;-) In dem Coffeeshop schrieben wir auch unsere Ansichtskarten und dann..... fragende Blicke..."Hast DU einen Briefkasten gesehen???" Hatten wir beide nicht. Was war das englische Wort für "Briefkasten"?? Letterbox?? Hmm, vielleicht, ja, klingt zumindest gut. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und fragte ein älteres Ehepaar, ob sie wüßten, ob hier in der Nähe eine "Letterbox" sei? Sie waren extrem freundlich und höflich und sahen genauso aus, wie wir Deutschen sich einen typischen Engländer vorstellten, zumindest den männlichen Engländer :-) Gleich der englischen Höflichkeit, sprang der Herr sofort auf, um uns nicht nur den Weg zu beschreiben, sondern uns gleich zu der Letterbox zu bringen. Er hielt uns galant die Türen auf, fragte uns, woher wir kommen und als wir den Briefkasten erreichten, verabschiedete er sich englisch, kühl-distanziert, aber auf eine sehr angenehme und äußerst freundliche Weise. Etwas überrascht schaute er dann doch, als ich ihm zum Abschied strahlend meine Hand hin hielt, ergriff sie dann aber ebenso freundlich. Wirklich angehm diese Engländer.

DeckeMuseum

SandyaufBett

Bildergalerie

Zu bemerken ist, dass lustigerweise alle Museen in London kostenlos sind, außer für Gruppen. Dies kann man aber ganz leicht umgehen, wenn man einfach nicht als Gruppe auftritt.

Kirchengebäude

Alle Kirchen hingegen, kosten Eintritt - für jedermann und das richtig viel!! Ja, die Kirche ist ja auch wirklich arm und braucht ganz dringend unser Geld!! ;-))





Tor

Wir wollten unbedingt den Buckingham Palast sehen und machten uns auf den Weg dorthin. Auch dort, viiiieeeele Menschen und viel Prunk. Uns taten die Bewohner ziemlich leid, denn es muss schrecklich sein, jeden Tag so belagert zu werden. Als wir da so standen und die Guilds anschauten, brandete auf einmal ein Kreischen und Rufe auf. Wir sahen, wie Menschen auf ein Tor zu rannten und als wir den königlichen Wagen sahen, rannten wir gleich mit. *lach* Es soll die Queen gewesen sein, aber wir sahen leider nur ihre Rücklichter! :-(

Wache

beritteneWache

beritteneWachenah

Von den Guilds waren wir ziemlich enttäuscht!! Wir hatten uns ausgewachsene muskulöse Männer vorgestellt, denn schließlich bewachen sie ja das Königshaus samt Königsfamilie, aber es waren richtig kleine, zarte Bürschchen. Wir überlegten, ob die noch zur Schule gingen und ob sie die nur als Atrappe für uns Gaffer dorthin stellten, kamen aber auf keine Antwort. Es fand dann auch noch ein Wachwechsel statt, den sie exakt absolvierten, der uns aber nicht so interessierte. Wir schlenderten dann weiter und sahen auch noch berittene Guilds und vieles mehr.

BarbaraFishandShips

Burger

Meine Tante wollte unbedingt "Fish and Chips" essen, deshalb fanden wir uns eine Stunde vor dem ausgemachten Zeitpunkt in dem Pub ein. Es war sehr urig und gut besucht. Wir mussten etwas warten, aber dann gehörte ein Zweiertisch uns. Meine Tante bestellte ihre Fish and Chips und mir war es nach einem englischen Burger.^^ Eine Vorspeise nahmen wir zur Feier des Tages auch. Das Essen war wirklich lecker und wir haben beide unsere Portion nicht geschafft. Ein paar Mitreisende hatten die selbe Idee, aber wir waren mit unserer Ankunftszeit besser dran, denn sie mussten alle ziemlich lange waraten. Nachdem wir alle unsere Bäuche gefüllt hatten, trafen wir andere Mitreisende im Pub an der Bar unten.

Mir war es danach noch ein wenig nach Pub, meiner Tante nach Bewegung und so trennten wir uns für eine Weile. Ich saß bei ein paar Mitreisenden und ließ den Pub auf mich wirken. Ich stellte fest, dass ich die Tonation der Sprache sehr erotisch fand (also was die Männer angeht). Auch hatte der Pub eine lässsige Stimmung, was mir sehr gefiel und wieder fiel mir auf, dass kaum jemand ein Handy sichtbar dabei trug. Erschreckenderweise ist in Deutschland ja das erste, was auf den Tisch gepackt wird, das Handy, in London hab ich das nicht gesehen und fand das toll.


Lichteransicht

Dann wurden wir zusammen gerufen und es sollte zum Bus und unserer Abschlußlichterfahrt gehen. Es war wunderschön London im Lichtermeer zu sehen, obwohl ich gestehen muss, ich bin fix und fertig eingenickt und nur von Ellenbogenstößen meiner Tante an besonderen Sehenswürdigkeiten aufgewacht - wie gesagt - UNTER ZWANG UND FOLTER!! ;-) Ein paar Wortfetzen von den Geschichten bekam ich auch im Unterbewußten mit, aber ich dämmerte immer wieder weg. Zu guter Letzt, holten wir dann noch die Mitreisenden ab, die die Lichtertour nicht gebucht hatten und traten den Rückweg nach Hause an. Abschließend kann ich sagen, dass dieses Angebot total toll und günstig war und ich immer wieder diese Tour machen würde. Sie hat uns mit Busfahrt, Fähre, Hotel, Frühstück, Stadtrundfahrt, Docksbesichtigung, Themsefahrt und Lichterfahrt 138 Euro gekostet. Es war zwar auch stressig, aber um einen ersten Überblick von London zu bekommen war es genau das Richtige! London ist so groß, dass wir nicht alles gesehen haben und so möchte ich auf jeden Fall noch einmal mit meinen Lieben dorthin. London ist wirklich eine Reise wert. Was natürlich auch toll war, war das Wetter!! Mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein, nur 2x. Regen und das, wärend wir im Bus saßen, waren wir vollauf glücklich!! Wetter macht natürlich auch viel aus. Zuhause angekommen, fielen wir wie Steine in unsere Betten und waren glücklich, diesen Trip gemacht zu haben.





Hier noch ein paar Impressionen.....

HouseOfMitThemse

BumMitBigBen

BigBen

Westminsterab

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GlasWolkenkratzer

SandymitSchild

Wegweiser

Häuserwände

Krone

Schild

Kronenwand

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Tafel

Steintafel

Museumspark

KuppeldurchFenster

WolkenkratzerII

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Museumspark

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Vier Wochen unterwegs in der Karibik

Karibik

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